Manche haben noch nie davon gehört, andere trauen sich nicht, es zu beantragen: In Deutschland zahlt der Staat an Haushalte von Geringverdienern Wohngeld, damit diese sich eine angemessene Wohnung leisten können. Vor allem in einer Stadt wie Konstanz mit hohen Mietpreisen soll diese sozialpolitische Leistung sicherzustellen, dass Bürger nicht in die Grundsicherung abrutschen oder aus ihrem vertrauten Stadtteil wegziehen müssen.

1200 Personen in Konstanz erhalten Wohngeld – nur gut ein Prozent der Bevölkerung

Doch trotz der hohen Kosten fürs Wohnen in Konstanz beziehen nur wenige Bürger Wohngeld. Wie die Stadt auf Anfrage erklärt, waren es im Jahr 2017 insgesamt 1204 Personen in 593 Haushalten. Das entspricht etwas mehr als einem Prozent aller Einwohner. Rund 44.500 Wohnungen (Miet- und Eigentumswohnungen) verzeichnete die städtische Statistik in diesem Jahr in der ganzen Stadt.

Mehr als 500 Anträge auf Wohngeld wurden abgelehnt

Aktuelle Zahlen zeigen außerdem, dass im vergangenen Jahr in Konstanz 512 Anträge auf Wohngeld abgelehnt wurden. Die Bürger sehen also offenbar einen Bedarf nach Unterstützung, kommen aber nicht über die Bemessungsgrenze hinaus.

Denn das Wohngeld wird für jeden Einzelfall abhängig von der Haushaltsgröße, dem Einkommen und der Miete beziehungsweise der Belastung individuell berechnet.

Ein Beispiel aus Konstanz:

Ein Single mit einem Bruttogehalt von 1400 Euro mietet eine Wohnung, die kalt monatlich 650 Euro kostet. In Konstanz bekommt er dafür einen Zuschuss von 76 Euro im Monat. Schon ab 1500 Euro Bruttogehalt gibt es aber keine Unterstützung mehr.

Einen gleich hohen Wohngeldanspruch hätte der Antragsteller in München, Hamburg oder Stuttgart. Denn sie gehören alle in dieselbe Gruppe: Jeder Ort in Deutschland ist einer bestimmten Kategorie zugeordnet, die darüber mitentscheidet, wie viel Wohngeld ein Antragsteller bekommt.

Sechs Stufen gibt es, und Konstanz ist – wenig überraschend – in der höchsten Kategorie sechs. Zum Vergleich: Radolfzell und Singen liegen in der Mietstufe vier.