Herr Schädler, Herr Keck. Wir feiern am 20. April das Sportjahr 2017. War es ein gutes Jahr?

Keck: Die HSG ist nach wie vor in der Zweiten Bundesliga und wird das wohl auch bleiben. Darüber hinaus haben wir beispielsweise mit der Bodenseewoche einen weiteren Höhepunkt, der sich sehen lassen kann.

Die Spitze wird als von der HSG und der Bodenseewoche ausgemacht. Was macht die Breite aus?

Keck: Das ist fast nicht zu messen. Das Wort Breite mag ich eigentlich nicht. Wir haben auch sehr hochklassige Einzelsportler, das kommt immer auf die Sportart an.

Schädler: Ich würde gerne ergänzen, dass sicher unsere Stärke unsere Breite ist. Wir haben natürlich einzelne Spitzensportler. Ich nenne da gerne Paul Berg, der als Konstanzer für einen Konstanzer Verein die Fahnen bei Olympia vertreten hat und der auch im Weltcup siegt. Doch wir leben von einem ganz breiten Sportangebot. Wir haben so viele unterschiedliche Angebote wie nur wenige andere Städte unserer Größe. Wir haben natürlich eine einmalige landschaftliche Umgebung mit den Aplen und dem See, die uns viele Möglichkeiten gibt. Deswegen ist der Breitensport auch unsere Stärke. Viele Menschen finden bei uns diese Breite – und trotzdem haben wir eine herausragende Spitze. Das ist ein guter Mix.

Jeder dritte Konstanzer treibt organisiert Sport. Ist das ein guter Wert?

Keck: Das ist ja nur die Vereinszugehörigen, also 30 000. Freizeitsportler kommen ja noch dazu. Das sind jeweils sehr stattliche Zahlen.

Wie schwierig ist es, diese Menschen bei Laune zu halten?

Schädler: Die kommunale Förderung ist ausgerichtet auf diese 30 000 Vereinsmitlieder. Die Bewegungsquote aber ist höher. Nach der letzten Befragung bewegen sich 80 Prozent der Konstanzer bewusst. Das ist eine hohe Quote. Auch die Vereinsquote ist überdurchschnittlich. Wir stellen fest, dass das Vereinsleben nicht gefährdet ist. Das ist Bestätigung unserer Förderrichtlinien. Wir gehen neue Felder bei der Ausbildung von Betreuern an, das wird sehr gut angenommen. Zum Beispiel der Kids-Coach.

Keck: Wenn wir den neuen Bewegungsparcour sehen: Wir machen es möglich, Freizeitsport zu betreiben – unabhängig vom Vereinsleben. Auch mit Hilfe der Bevölkerung.

Wie viel Geld gibt die Stadt denn für den Sport aus?

Schädler: Wir unterscheiden zwischen direkter und indirekter Sportförderung. Die direkte sind die Mittel, die den Vereinen als Finanzmittel zufließen auf Basis der Richtlinien – Miet- und Pachtzuschüsse beispielsweise. Durch die Erhöhung der Jugendförderung sind wir erstmals bei 1,1 Million Euro angekommen, die an Vereine ausgezahlt werden. Die indirekten Mittel sind die Überlassung der Sportanlagen, der Infrastruktur. Das sind bis zu drei Millionen Euro.

Am 20. April wird im Inselhotel zum dritten Mal der Konstanz Sport-Award im Rahmen des Sportlerballs verliehen.

Keck: Der Ball ist für uns eine wichtige Institution, um dem Konstanzer Sport eine Plattform zu geben. Der Sport kann sich präsentieren. Das geht in Form von Auszeichnung und Ehrungen. Das ist eine hochklassige Ebene. Wir haben darüber hinaus seit drei Jahren den Sport Award ausgerufen, der ist mit 1000 Euro dotiert. Wir suchen hier die Geschichte des Konstanzer Sports. Hier hart jeder die Möglichkeit, seine Geschichte einzuschicken. Das kann eine Schule sein, ein Freizeitsportler oder ein Vereinsmensch. Grundsätzlich geht es aber nicht um Vereinszugehörigkeit. Wir suchen die eine, ganz besondere Sportgeschichte des Jahres 2017. Das kann ein Betreuer sein oder ein Sportler. Vielleicht ist beim Altstadtlauf einer mal die falsche Richtung gelaufen und hat dann doch wieder die Kurve gekriegt – es gibt so viele Möglichkeiten für diesen Sport Award. Oftmals erinnern sich die Sportler nicht mehr so richtig. Doch wir sind für alles offen.

Schädler: Wir hatten vor drei Jahren die Idee, mit dem Sportlerball neben der Wertschätzung Sportlerehrung die Sportler anzuerkennen. Sport ist mittlerweile mehr als nur Sport: Werte, Geschichten, Fairness – einfach das Gemeinsame wollen herausstellen. In den einzelnen Sportgruppen ist das verankert, doch noch fällt es manchen schwierig, das nach Außen zu transportieren.

Was erwartet Besucher am 20. April?

Schädler: Ein tolles Menü, ein attraktives Abendprogramm, ein festlicher Ballcharakter, sportliche Ehrungen, sportliche Darbietungen und Tanzmöglichkeiten. 65 Euro für das ganze Programm, das Essen, den Heimbringservice – das ist ein attraktiver Preis. Andere Bälle verlangen das dreifache. Wir halten das Angebot für angemessen. Der Abend soll ein Abend für den Konstanzer Sport sein. Hier wollen wir netzwerken, Kontakte pflegen. Wir sehen diese Gala als eine sehr gute Plattform dafür an. Sport ist mehr als das, was man in Ergebnissen und Tabellen ablesen kann. Den Charakter des Sports wollen wir an dem Abend feiern.

Fragen: Andreas Schuler

Sport Award 2018

Am Freitag, den 20. April findet die dritte Auflage des 2016 wiederbelebten Sportlerballs statt. 70 Sportler werden im Inselhotel in festlichem Rahmen für herausragende Leistungen 2017 geehrt. Höhepunkt wird die Verleihung des Sport Award 2018 sein. Die Veranstalter suchen hier die schönste Sportgeschichte des Jahres 2017. Bewerben können sich sämtliche Sportler der Stadt bis zum 31. März mit einer kurzen Beschreibung per E-Mail an sport@konstanz.de. Eine Jury aus Hochschulsport, Stadtsportverband und Sportamt wird drei Vorschläge auswählen. Die finalen Vorschläge werden im Rahmen des Ball des Sports präsentiert und das Publikum stimmt ab. Der Award ist mit 1000 Euro dotiert. Tickets für den Ball: Patrick Glatt, Sportamt 900-363