Toben und spielen im Freien. Die Natur mit den eigenen Sinnen erleben. Den ganzen Wald als Spielplatz entdecken: Dies alles soll schon bald in Hohenfels Realität werden. Denn wie Bürgermeister Florian Zindeler in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates erklärte, plant die Gemeinde, einen neuen Waldkindergarten zu realisieren.

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Er soll auf einem gemeindeeigenen Waldgrundstück in Liggersdorf entstehen, in der Nähe zum Baugebiet Röschberg II. „Wir haben in der Gemeinde erfreulich viele Kinder. Wir sind aber mit dem Kindergarten an der Kapazitätsgrenze angelangt“, erklärte Bürgermeister Zindeler in der Sitzung. Es sei aber die Pflicht, diese bei der Vorabkalkulation einzubeziehen und genügend Betreuungsplätze zu schaffen. „Da haben die Einrichtungen richtig Druck“, so Zindeler.

Bürgermeister Florian Zindeler: „Wir sind mit dem Kindergarten an der Kapazitätsgrenze angelangt.“
Bürgermeister Florian Zindeler: „Wir sind mit dem Kindergarten an der Kapazitätsgrenze angelangt.“ | Bild: SK

Laut dem Hohenfelser Bürgermeister seien verschiedene Alternativen diskutiert worden. Zum einen wurde über eine Erweiterung der vorhandenen Einrichtung gesprochen,über eine Erweiterung an einem anderen Standort, etwa im Schulgebäude in Mindersdorf, und über eine Erweiterung in Form eines Waldkindergartens. Nach mehreren Gesprächen und einer entsprechenden Elternbefragung habe sich eine eingerichtete Arbeitsgruppe klar für einen Waldkindergarten als erste Priorität ausgesprochen. „Das Ergebnis der Befragung zur Schaffung eines Waldkindergartens war äußerst positiv“, betonte Zindeler.

Schutzhütte und Parkplätze sind auch dabei

Nachdem die Arbeitsgruppe den Waldkindergarten in Radolfzell besucht hatte, konnte laut Zindeler zusammen mit dem Revierförster ein geeigneter, gut erreichbarer Standort für die Umsetzung ausgemacht werden. Dieser befindet sich im gemeindeeigenen Wald. „Zum Standort führt eine Rückgasse und am Waldrand existiert eine Möglichkeit zur Herstellung von zwei bis drei Parkplätzen“, sagte Zindeler. Insgesamt soll der Waldkindergarten Platz für 20 Kinder ab drei Jahren bieten.

Betreuungszeit von 7.30 bis 13.30 Uhr

Die Waldgruppe wird als Außengruppe des bestehenden Kindergartens fungieren und eng mit diesem zusammenarbeiten. Die tägliche Betreuung wird der verlängerten Öffnungszeit von 7.30 bis 13.30 Uhr entsprechen. Laut Zindeler wird die Gemeinde die Trägerschaft übernehmen. Einher mit der Planung geht auch der Wunsch aus der Arbeitsgruppe nach einer Schutzhütte für die Kinder und die Erzieher. Sie soll im Innenraum rund 27 Quadratmeter umfassen. Eine überdachte Terrasse mit rund 20 Quadratmeter ist ebenfalls vorgesehen.

Kosten halten sich im Rahmen

Die Kosten für die Hütte bezifferte Zindeler mit 96.000 Euro, die jährlichen laufenden Kosten umfassen rund 112.500 Euro. „Das sind überschaubare Kosten im Vergleich zu einer baulichen Erweiterung“, sagte Zindeler. Zudem würde Hohenfels durch den Waldkindergarten sein Angebot um ein neues Konzept erweitern, das es so bisher noch nicht gebe.

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Der neue Waldkindergarten könnte laut Florian Zindeler bereits ab dem Frühjahr 2021 für Entlastung in der Gemeinde sorgen. Und die Nachfrage sei seiner Einschätzung nach groß: Es seien bereits 15 verbindliche Anmeldungen bei der Gemeindeverwaltung eingegangen. „Die Gruppe wäre beinahe schon voll, wenn wir im Frühjahr 2021 starten würden“, betonte er. Bei Bedarf könnte man nach einer Eingewöhnungszeit auch über eine zweite Gruppe nachdenken, ebenso wie über ein entsprechendes Angebot über U3-Kinder.

Gemeinderat Harald Benkler (BLH): „Das ist eine gute Sache, wir werden auf einfachem Wege entlastet.“
Gemeinderat Harald Benkler (BLH): „Das ist eine gute Sache, wir werden auf einfachem Wege entlastet.“ | Bild: SK

Im Gemeinderat stieß das Vorhaben beinahe durchweg auf Zustimmung. Das Gremium stimmt dem Vorschlag der Verwaltung bei einer Gegenstimme zu. „Das ist eine gute Sache, wir werden auf einfachem Wege entlastet“, sagte Gemeinderat Harald Benkler (BLH). Auch der Platz für die Umsetzung sei für ihn gut ausgewählt. Für Gemeinderat Ralf Sigmund (BLH) gebe es angesichts der 15 Anmeldungen nichts zu überdenken. „Wir müssten für einen Neubau viel mehr Geld in die Hand nehme“, sagte er. Sein Ratskollege Morten-Adrian Wagner (FUW) ergänzte: „Wenn wir uns überlegen, was eine Containerlösung kosten würde, ist der Waldkindergarten günstiger und vor allem nachhaltiger.“

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