Die Restauration der Orgel in der Kirche St.Oswald wurde planmäßig abgeschlossen. Aufgrund der Corona-Hygieneverordnungen fand keine Feier statt, sondern die Übergabe wurde in kleinstem Rahmen getätigt. Wolfgang Brommer von der Orgelbau-Firma Jäger und Brommer erklärte noch einmal die notwendigen Arbeiten, die getan werden mussten, seit die Orgel vor 23 Jahren gebaut worden war. Dann probierte Walter Benkler die Orgel aus, wobei Brommer ihm assistierte, indem er die Register zog und so das Instrument in seiner vollen Stärke und Klarheit die hervorragende Akkustik der Kirche ausnützte. Im Kirchenschiff saß Hartmut Reiser, der die Orgel gestimmt hatte und der sehr zufrieden mit dem Ergebnis seiner Arbeit war.

Auch Bürgermeister Florian Zindeler zeigte sich hoch erfreut über die Klangfülle und das Ergebnis der Renovierung, denn laut einem Vertrag aus dem 19. Jahrhundert ist die politische Gemeinde für den Kirchturm, die Glocken und die Orgel verantwortlich.

Orgel hatte nicht immer einen guten Namen

Die gegenwärtige Orgel in der Mindersdorfer Kirche ist auf dem besten Wege, sich einen guten Namen zu machen, denn der Eintrag in die Liste der „Orgelstraße“ wird für etliches Aufsehen sorgen. Nicht immer konnte Mindersdorf jedoch stolz auf seine Kirchenorgel sein. Nach der Fertigstellung der Kirche im Neugotischen Stil im Jahre 1852 erhielt diese auch eine neue Orgel. Sie war von dem Schreinermeister und Orgelmacher Steinhart aus Feldhausen gebaut worden. Im Jahr 1913 urteilte ein Orgelbau-Inspektor, „dass der Mann ohne Schule mehr Schreiner als Orgelbauer“ gewesen sei. Die Orgel sei „in allen Teilen massiv und schwerfällig.“

Er schrieb: „Sie gibt nebeneinander schwache, stumpfe, auffallend starke, schreiende, puffende, zirpende, getrennt tremulierende, spät ansprechende, ganz unreine oder überschlagende Töne“ von sich. Allerdings war die Orgel zu dieser Zeit 61 Jahre alt und es ist zu bezweifeln, ob sie regelmäßig gewartet wurde.

Von 1990 bis zum Bau im Jahr 1997 gab es gar keine Orgel

Im Jahr 1947 hieß es, Mindersdorf habe die schlechteste Orgel der Diözese. Hierzu schrieb Pfarrer Mohrl : „Sie ist ein derart unwürdiges und störendes Instrument, dass sie den Gottesdienst mehr stört als fördert. Ihr unwürdiges Geklapper macht sie unberechenbar.“

Über die Jahre hinweg wurden immer wieder Versuche unternommen, die Orgel zu ersetzen, aber es scheiterte wiederholt an den benötigten finanziellen Mitteln. Von 1990 bis zum Bau der jetzigen Orgel im Jahr 1997 gab es gar keine Orgel in Mindersdorf.

Verwendung alter Pfeifen und anderer Teile

Die Firma Jäger und Brommer aus Waldkirch baute die Orgel in das Gehäuse der historischen Schwarz-Orgel aus Schluchsee aus dem Jahr 1894 unter Verwendung alter Pfeifen und Teile ein. Nun, nach der Restaurierung, erstrahlt sie wieder in voller Klangbreite.

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