Die Gemeinde Hohenfels könnte zukünftig zu einem Standort von etwa vier bis fünf Mobilheimen werden, die als Flüchtlings- oder Obdachlosenunterkünfte fungieren sollen. Diese, wie Gemeinderatsmitglied Karlheinz Lehmann (FUW) es ausdrückte, „smarte Option“ wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt.

Hintergrund der Überlegungen für die Mobilheim-Variante ist, dass Hohenfels seine Quote zur Flüchtlingsunterbringung noch nicht erfüllt hat. Bürgermeister Florian Zindeler erklärte dies so: „Die Gemeinde sollte derzeit 42 Personen als Anschlussunterbringung aufnehmen. Dies ist eine Quote in Abhängigkeit der Gemeindegröße in unserem Landkreis. Solange die Flüchtlingskrise andauert, wird diese Zahl eher stabil bleiben oder zunehmen.“

Zwei bis drei Personen könnten in einem Mobilheim wohnen

Ein Mobilheim habe den positiven Nebeneffekt, dass es auf kleinem Raum Unterbringung für zwei bis drei Geflüchtete bieten könnte. Zur Standard-Ausstattung eines solchen Domizils gehören die komplette Möblierung, eine vollausgestattete Küche, ein Bad mit Duschkabine, Waschbecken, WC und Waschmaschinenanschluss, elektrische Heizkörper in jedem Raum, mechanische Belüftung in Küche und Bad, sowie die komplette Wasser- Abwasser-, Elektro-, Lüftungs und TV-Installation. Laut Florian Zindeler müsste man aber in jedem Haus auch noch für WLAN sorgen: „Das ist fast so wichtig wie fließendes Wasser.“

Noch stehen keine möglichen Standorte fest

Da die Häuser mobil sind – sie haben Räder und Deichsel –, könnten sie, aus Sicht der Verwaltung, dezentral aufgestellt werden. Es gibt allerdings laut Zindeler noch keine konkreten Orte für eine solche Lösung.

Exemplarisch wurde von ihm ein Platz in der Nähe des Tennisplatzes in Mindersdorf genannt. Dort steht schon ein kleines Haus der Gemeinde. Der Phantasie, wo so ein Mobilheim stehen könnte, seien jedoch keine Grenzen gesetzt. Gemeinderat Elmar Freudemann (FUW) hinterfragte, wo in Hohenfels denn überhaupt eine dezentrale Lage vorhanden sei.

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Der Preis läge, so informierte der Bürgermeister, je Haus bei etwa 46.000 Euro zuzüglich der Transportkosten. Nach Ende der Flüchtlingskrise wäre es vielleicht sogar möglich, die Häuser zu verkaufen. Die Flächen stünden dann wieder zur Verfügung.

Zindeler fragte den Kämmerer, wie lange es wohl dauern würde, bis ein solches Haus sich amortisiert habe. Dieser erläuterte, dass man pro Geflüchtetem einen jährlichen Zuschuss von 3500 Euro erhielte. Das wären dann 10.500 Euro pro Jahr und Haus. Rat Harald Benkler (BLH) schlug vor, dass man sich vielleicht erkundigen könnte, ob derartige Mobilheime auch gebraucht zu erwerben seien.

Gemeinderäte sehen auch Probleme

Der Gemeinderat war von der Idee der Mobilheime und dem günstigen Preis einerseits angetan, stand dem Thema jedoch durchaus auch kritisch gegenüber. Rat Karlheinz Lehmann lobte das äußere Erscheinungsbild der Mobilheime, da diese optisch viel besser aussähen als Wohncontainer.

Ratsmitglied Elmar Freudemann zweifelte an, dass ein solches Mobilheim weiterverwendet oder weiterverkauft werden könne, wenn fünf Jahre lang zwei bis drei Personen darin gewohnt haben. Harald Benkler gab zu bedenken, dass ein solches Mobilheim durchaus eng sei, wenn man für eine lange Zeit darin wohne. Diskrepanzen, Konflikte und Probleme seien da vorprogrammiert.

„Charmante Lösung“

Rätin Daniela Jage (BLH) wollte daraufhin wissen, wie es mit der Betreuung dieser Flüchtlinge sei, wenn sie dezentral wohnten. Woraufhin die Gemeindesekretärin erklärte, dass alle Ortsteile mit dem Bus oder mit dem Fahrrad erreichbar seien. Zudem kämen die Flüchtlinge meistens zu ihr, um Probleme darzulegen.

Natürlich, so erklärte Florian Zindeler, sei es auch wünschenswert, wenn die Gemeinde irgendwo etwas Bezugsfertiges für Flüchtlinge erwerben könne. Derzeit habe man aber nichts in Aussicht. Er bittet jedoch die Öffentlichkeit darum, die Gemeinde anzusprechen, falls irgendwo etwas leer stehe oder verfügbar sei. Zu den Mobilheimen sagte er abschließend: „Ich nehme mit, dass es eine denkbare und auch charmante Lösung wäre, wenn man einen geeigneten Ort findet.“