Die Gemeinde Hohenfels arbeitet an der Ausweisung neuer Wohngebiete. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats deutlich. Es ging um bereits mehrfach thematisierte Baugebiete und den aktuellen Stand im Verfahren. Ingenieurbüros waren angereist, um Änderungen zu erläutern.

Auftakt waren die Bebauungsplänen im Bruckäcker, Ortsteil Selgetsweiler. Hierbei ging es beispielsweise in der Anhörung der Träger öffentlicher Belange um eine Stellungnahme des Polizeipräsidiums Konstanz. Diese vier über eine Stichstraße angefahrenen Bauplätze sollen einen größeren Wendebereich haben. Das soll beispielsweise großen Entsorgungs- oder Lieferfahrzeugen das Navigieren erleichtern – eine Empfehlung, die bei der Überarbeitung des bisherigen Planungsstandes berücksichtigt worden ist. Letztlich schickte der Gemeinderat nach der Beratung über die Anregungen aus dem Beteiligungsverfahren das Bebauungsplanverfahren in die nächste Runde.

Harmonisierung mehrerer Bebauungspläne

Im Ortsteil Mindersdorf ging es um den Ortsausgang in Richtung Deutwang. Hier werden gleich beide Straßenseiten mit den Baugebieten Tiefer Weg II und Dietersberg zur Erweiterung von dringend benötigtem Wohnraum ins Rennen geschickt. Es gebe auch die Möglichkeit, die Ortsdurchfahrtsgrenze zu verlegen. Planer Dirk Langenbach sah keine Probleme – trotz des Höhenprofils von 17 Prozent. Die Beschlussfassung erfolgte einstimmig für beide Gebiete, der Gehweg soll verlängert werden.

Weiter ging es mit dem Ortsende von Mindersdorf in Richtung Stockach. Hier sollen mehrere Bebebauungspläne aus vielen Jahrzehnten miteinander harmonisiert werden. Den Entwurf hierzu stellte Helmut Hornstein vom gleichnamigen Planungsbüro vor. „Seit Anfang der 1980er bis 2016 entstand hier ein sehr schönes und zusammenhängendes Baugebiet mit großen Bauplätzen“, fasste er die drei Geltungsbereiche zusammen.

Persönliche Schutzzone der künftigen Einwohner mittels Hecken und Zäunen

Neu ist, dass künftig nur noch drei Wohneinheiten zulässig sind, weitere Wohneinheiten bedürfen der Zustimmung durch die Gemeindeverwaltung, es gilt Bestandsschutz für die bisherigen Gebäude. Festgeschrieben bleibt die Dachform: Satteldach oder das versetzte Satteldach.

Viel diskutiert wurde die Einfriedung. Für den Wunsch des Planers nach einem offenen Wohngebiet konnten sich die Räte nicht ganz erwärmen, und so kämpften sie um die persönliche Schutzzone der künftigen Einwohner mittels Hecken und Zäunen. Letztlich kam es zur Entscheidung, zur Straßenseite – auch wegen der Sicherheit im Straßenverkehr – eine Höhe von einem Meter einzufordern, während an den Grundstücksgrenzen zwischen den Häusern das Nachbarschaftsrecht die Gestaltung der Zäune regelt.

Ursprünglicher Planungsentwurf wird einstimmig angenommen

Da es sich um ein allgemeines Wohngebiet handelt, war im Vorschlag für die planungsrechtliche Festsetzung zu lesen, dass die (laut BauNVO möglichen Tankstellen, Anlagen für Verwaltungen oder Gartenbaubetriebe) nicht zulässig sind. Gemeinderat Morten-Adrian Wagner war hier jedoch der Meinung, man sollte diese Dinge nicht grundsätzlich ausschließen. Letztlich fiel jedoch die Beschlussfassung über den ursprünglichen Planungsentwurf einstimmig.