Die Arbeiten für den Gas-Ausbau in Hohenfels sind in vollem Gange. Derzeit ist ein Bautrupp in Mindersdorf unterwegs. „Wir machen im Neubaugebiet mit der Erschließung weiter“, erklärt Alexander Senn von der Firma Senn-Bau, die im Auftrag der Thüga Energienetze GmbH arbeitet.

Die Mitarbeiter sind gerade in der Höhenstraße dabei, in Baugruben unter den Gehwegen vor den Häusern die Hausanschlüsse an die bereits verlegte Leitung unter der Straße zu legen. Nur in den Gebäuden selbst geht momentan wegen der Corona-Krise noch nichts. Das erklärten Bürgermeister Florian Zindeler und Alexander Senn auf SÜDKURIER-Nachfrage. Das müsse noch warten.

Gas und Glas zusammen

Da Gas und Glas beim Ausbau Hand in Hand laufen, landen nicht nur die schmalen orangen Gasleitungen in der Erde, sondern gleichzeitig auch ganz dünne rot-weiße Leerrohre für schnelles Internet über Glasfaser. Die Mitarbeiter von Senn-Bau haben bei der Verlegung allerlei Geräte im Einsatz. Zum Beispiel ein Schweißgerät, mit dem sie in den quadratischen Gruben im Gehweg die Muffen der Anschlüsse verbinden.

Gas-Ausbau in Mindersdorf. Hier laufen gerade die Arbeiten an den Hausanschlüssen unter dem Gehweg.
Gas-Ausbau in Mindersdorf. Hier laufen gerade die Arbeiten an den Hausanschlüssen unter dem Gehweg. | Bild: Löffler, Ramona

Die Arbeiten für die Hausanschlüsse laufen parallel in Baugruben auf beiden Straßenseiten. Wenn alle liegen, asphaltiert die Firma die Stellen, die sie auf der Straße und den Gehwegen aufmachen musste.

Wie es weitergehen soll

Nach Mindersdorf wird es im Hohenfelser Ortsteil Liggersdorf weitergehen. „So ist momentan der Plan“, sagt Alexander Senn. Dort seien bereits teilweise Gasleitungen verlegt, ergänzt Florian Zindeler. Vom Bereich des Liggersdorfer Sportplatzes soll die Erschließung in Richtung Rathaus sowie auch in Richtung Gewerbegebiet weitergehen.

Das orange Rohr in der Baugrube auf dem Gehweg ist für Gas, das rot-weiße ist ein Glasfaser-Leerrohr.
Das orange Rohr in der Baugrube auf dem Gehweg ist für Gas, das rot-weiße ist ein Glasfaser-Leerrohr. | Bild: Löffler, Ramona

Wann genau Mindersdorf fertig ist und Liggersdorf starten soll, kann Zindeler momentan noch nicht sagen. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Jahr bei Erdgas und Glasfaser einiges geschafft bekommen“, betont er. „Es ist eines der großen Projekte der Gemeinde.“

Wie alles begann

Der Ausbau des Gasnetzes läuft seit Februar 2019. Damals war der Spatenstich bei den Geigeshöfen. Der Baustart fand mit einer offenen Baugrube statt, doch in manchen Bereichen ging es später grabenlos im Spühlbohrverfahren weiter. Die Arbeiten sind auch in der kalten Jahreszeit möglich, wenn der Frost nur oberflächlich ist. Baufirma und Thüga nutzten den Winter sogar bewusst, um schonend zu arbeiten und Flurschäden an grünen Wiesen zu minimieren. Laut Senn sind bisher 14 Kilometer Gasrohre verlegt. Davon sei bei sieben Kilometern das Spühlbohrverfahren benutzt worden.

Spezielles Material

Die Rohre, die entlang oder unter den Straßen liegen, haben einen Durchmesser von 16 Zentimetern. Die Leitungen, die dann später zu den Hausanschlüssen auf den Grundstücken abzweigen, sind etwa drei Zentimeter breit. Die Erdgasrohre sind aus einem verdichteten Polyethylen-Material, das Erdbewegungen gut mitmache, erklärten die Vertreter der Thüga damals beim Spatenstich.

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Der Zeitplan sieht vor, die Erschließung aller Hohenfelser Teilorte bis Ende 2021 umzusetzen. Es wäre dann eine Bauzeit von drei Jahren. Die Investition liegt bei rund drei Millionen Euro.