Bürgermeister sucht Wirt: Unter diesem Stichwort und mit entsprechendem Hashtag im Internet geht der Hohenfelser Bürgermeister Florian Zindeler einen ungewöhnlichen Weg. Er schaltet sich ein, um für den Erhalt der Gastronomie im Bären zu sorgen, da es um die Lebensqualität und die Infrastruktur in der Gemeinde geht. Die Situation ist inzwischen aber nicht mehr so düster wie noch in der vergangenen Woche.

Zu Beginn von Zindelers Aufrufs sah es aus, als ob in der jetzigen italienischen Gaststätte Ristorante Pizzeria Bären da Gigi auf Jahresende Schluss ist, da der Pachtvertrag endet und von beiden Seiten nicht verlängert wurde. Im Lauf dieser Woche soll es aber nochmal ein Gespräch geben, weil die Pächterfamilie Maione eigentlich doch bleiben möchte, wie sie auf am Montag auf SÜDKURIER-Nachfrage sagte: „Wir würden gern weitermachen.“

Bisherige Gespräche ohne Ergebnis

Das Gebäude ist seit Mitte Juni im Besitz von Günter Hehl und Mathias Tonigold. Sie sind in den bestehenden Pachtvertrag eingetreten, der bis Ende dieses Jahres läuft. Bisherige Gespräche über eine Verlängerung seien aber trotz einer Corona-bedingten Senkung der Pacht im Sande verlaufen, erklärte Hehl auf Nachfrage. So habe dann vor Kurzem die Suche nach einer Nachfolge für die Gastronomie begonnen.

Da der Gemeinde daran gelegen ist, dass es weiterhin eine Gaststätte im Bären gibt, kamen Florian Zindeler und die beiden Eigentümer überein, dass er die Suche unterstützt. „Der Erhalt von gastronomischen Angeboten ist zwar kein klassisches Thema der Gemeinde beziehungsweise des Bürgermeisters, insbesondere wenn es sich nicht im Eigentum der Gemeinde befindet, aber ich möchte die Chance ergreifen und Aufmerksamkeit erregen, gar aufrütteln und vielleicht findet sich irgendwo ein guter Kontakt oder ein Interessent, um ein Lokal im Herzen unserer Gemeinde zu erhalten“, schrieb Florian Zindeler in einer Pressemitteilung.

Änderung bei Projekt „Evergreen“

Der Bürgermeister bekam von den Eigentümern ein paar Monate Zeit. Ansonsten wäre der Alternativ-Plan für das Gebäude, die Gaststätte in Wohnraum umzubauen. Eine solche Umwandlung solle auf jedem Fall mit einem Saal in dem Gebäudekomplex geschehen, erklärte Hehl. Im vergangenen Jahr gab es eigentlich Pläne, im Rahmen des Projekts Doch inzwischen gehe es nur noch um Wohnraum, so Günter Hehl. Das Gewerbe sei vom Tisch.

Verlust der Gaststätte soll verhindert werden

Florian Zindeler und der Gemeinde ist es auf jeden Fall wichtig, dass die Gaststätte eine solche bleibt: „Wenn die Gefahr eines Umbaus besteht, wäre es ein Verlust auf Dauer. Da wollen wir alle Register ziehen, auch wenn es jetzt nicht die beste Zeit ist“, sagte Zindeler auf SÜDKURIER-Nachfrage. Er begann deshalb in der vergangenen Woche aktiv in alle Richtungen zu schauen. Er kündigte auch an, größere Brauereien anzuschreiben und um Hilfe bei der Suche zu bitten. Über Eigentümer und Pächter sagte er: „Meine Wertschätzung gilt beiden Seiten und der Blick muss nach vorne gehen, um eine bestmögliche Lösung (Erhalt der Gastronomie) wahrscheinlicher zu machen.“

Im sozialen Netzwerk Facebook hat Florian Zindeler die Nachricht über die Situation und den Aufruf für eine Nachfolge veröffentlicht. Dort schreibt er unter anderem: „In den ersten Monaten des Jahres 2021 muss eine Lösung für die wunderschöne Gaststätte mit/ohne Hotelzimmer und Biergarten beziehungsweise Terrasse gefunden werden.“ Er biete sich gerne für Gespräche an und stelle den Kontakt zum Eigentümer her. Falls der Weiterbetrieb als Gaststätte nicht klappe, könne die Gemeinde wenigstens sagen, dass sie alle getan habe, so Zindeler.

Momentan alles offen

Wie es mit der Nachfolgersuche nach dem weiteren gemeinsamen Gespräch aussieht, das Günter Hehl und Familie Maione ankündigen, ist noch unklar. Sie könnte sich je nach Verlauf schnell erübrigen. Hehl sagte am Montag neutral: „Es ist momentan alles offen.“

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