In der Dorfkirche St. Oswald im Hohenfelser Ortsteil Mindersdorf wird restauriert. Nicht am Gebäude oder dem Innenraum – es ist die Orgel, die eine Generalüberholung braucht. Die Orgelbau-Firma Jäger und Brommer aus Waldkirch macht diese Arbeiten.

Die Orgel wurde im Jahr 1997 gebaut, genauer gesagt die Orgel selbst, denn das Gehäuse stammt aus dem Jahr 1890. Die Orgel insgesamt sei in einem recht guten Zustand, erläutert Wolfgang Brommer, einer der Inhaber der Orgelbau-Firma.

Orgelrestaurator Wolfgang Brommer (links) und Bürgermeister Florian Zindeler vor der Orgel der St. Oswald-Kirche. Brommers Waldkircher Orgelbau-Firma restauriert das Instrument derzeit.
Orgelrestaurator Wolfgang Brommer (links) und Bürgermeister Florian Zindeler vor der Orgel der St. Oswald-Kirche. Brommers Waldkircher Orgelbau-Firma restauriert das Instrument derzeit. | Bild: Jan Riebesehl

Allerdings habe die hohe Luftfeuchtigkeit ihre Spuren hinterlassen. So habe sich beispielsweise eine beachtliche Menge Bleizucker abgelagert. Dieser kristalline Stoff ist hochgiftig und muss deshalb entfernt werden. Unter anderem müssen die Pulpetten, die sich am Fuß der Pfeifen befinden, durch neue Edelstahl-Pulpetten ersetzt werden. Auch alle Pfeifen müssen gereinigt werden.

Restaurator sieht viel Qualität

Eine derartige Wartung, wie sie jetzt vorgenommen wird, ist etwa alle 25 Jahre fällig. Auf jeden Fall lohne es sich, denn die Orgel sei von ganz besonderer Qualität, sagt Orgelexperte Brommer: Sie hat 18 Register, 18 Klangfarben, 2 Klaviaturen, besitzt stolze 1042 Pfeifen und ist neuerdings auf der „deutschen Orgelstraße“ gelistet, ein bundesweites Kulturnetzwerk, das Orgelmusik fördern und auf bedeutende Instrumente aufmerksam machen will.

Wolfgang Brommer, selbst einer der Initiatoren der Orgelstraße, betont, dass der Innenraum der Mindersdorfer Kirche eine ganz besondere Resonanz habe und die Orgel diese hervorragend ausnutze, denn jede Orgel sei für den speziellen Raum gebaut, in dem sie stehe. So sei auch diese Orgel speziell für die Dorfkirche St. Oswald gebaut worden, wobei allerdings das Gehäuse aus der katholischen Kirche aus Schluchsee stammt.

Ein seltener Einblick in den Innenraum der Orgel wird durch die Restaurierungsarbeiten möglich.
Ein seltener Einblick in den Innenraum der Orgel wird durch die Restaurierungsarbeiten möglich. | Bild: Jan Riebesehl

Die Restaurationsarbeiten werden voraussichtlich drei bis vier Wochen dauern. Dabei werden alle Pfeifen gereinigt und die Technik überholt. Wenn derartige Wartungsarbeiten regelmäßig gemacht werden, sollte eine Orgel gut über hundert Jahre halten, so Wolfgang Brommer.

Laut dem Orgelexperten sind die Pfeifen entweder aus Holz, oder einem Zinn- beziehungsweise Bleigemisch; so blieben sie relativ biegsam, da sonst die Möglichkeit des Stimmens verloren gehen würde.

Das könnte Sie auch interessieren

Beim letzten Stimmen im Jahr 2018 war aufgefallen, dass sich Bleizucker und Schimmel an einigen Stellen gebildet hatte, erklärt Bürgermeister Florian Zindeler. Bei genauerer Untersuchung sei das Ausmaß dieses Schadens festgestellt worden.

Da die Gemeinde Hohenfels für die Orgel und den Turm der Dorfkirche St. Oswald verantwortlich ist, wurde die Angelegenheit dem Gemeinderat vorgelegt. Dieser stimmte dann dem Vorschlag die Restaurationsarbeiten zu vergeben einstimmig zu.

Kosten im fünfstelligen Bereich

Zindeler betonte, dass es sich in dem Kostenvoranschlag um eine fünfstellige Summe handle, die Kirche jedoch ein wichtiger Teil der Gemeinde sei und so ein qualitativ hochwertiges Kulturgut erhalten werde. „Man kann also die Arbeiten als kulturellen Beitrag der Gemeinde sehen“, so Zindeler.

„Es bleibt zu hoffen, dass in der näheren Zukunft, wenn es dann wieder möglich ist, im Rahmen der Corona-Bestimmungen vielleicht Orgelkonzerte stattfinden.“

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €