Die Besucher zeigten reges Interesse am Tag der offenen Tür des Korbinian-Brodmann-Museums im Obergeschoss des Hohenfelser Rathauses in Liggersdorf. Die Verantwortlichen des Museums wollten zum 100. Todesjahr des Hirnforschers Korbinian Brodmann der Öffentlichkeit das Museum näher bringen.

Von 11 Uhr morgens bis 17 Uhr wurden stündlich Führungen angeboten. Viele Besucher bekannten, dass sie als Hohenfelser bisher gar nicht wussten, warum die Grundschule im Ort Korbinian-Brodmann-Schule heißt. Nach den Führungen waren sie jedoch zu überzeugen, dass diese Namensgebung angemessen sei.

Der Arzt und Wissenschaftler Korbinian Brodmann wurde in Liggersdorf unweit der heutigen Schule vor 150 Jahren geboren. Er besuchte später auch die Schule in Liggersdorf, wenn auch mit eher mäßigem Erfolg. Hermann Strohmaier, der Hauptinitiator des Museums, sagte hierzu während einer Führung: „Es ist bezeichnend für die Schulen der damaligen Zeit, dass keiner der Lehrer die Fähigkeiten des jungen Korbinians erkannte und dieser sein Abitur nur mit der Note ‚hinreichend’ abschloss.“ Die Arbeit und das Leben des Pioniers der Hirnforschung ist im Museum anschaulich präsentiert. Auch persönliche Gegenstände sind zu besichtigen, unter anderem seine Taschenuhr und ein von Brodmann handschriftlich verfasster Lebenslauf. Viele seiner Aufzeichnungen sind durch die Wirren zweier Weltkriege verloren gegangen, aber zumindest kann man im Museum eine Originalausgabe seines Buchs über die Areale der Hirnrinde sehen.

Professor Doktor Korbinian Brodmann verstarb im Alter von nur 50 Jahren im Jahr 1918. Daher ist dieses Jahr ein zweifaches Jubiläumsjahr: Vor 150 Jahren wurde er geboren und sein Tod jährt sich zum 100. Mal. Den stärksten Besucherandrang gab es am Nachmittag. Zu diesem Zeitpunkt führte Hermann Strohmaier die Besucher durch die Ausstellung.