Die Teilnehmer des ersten Bürgertisches im Rahmen des Projektes „Wir! Für mehr Lebensqualität in Hohenfels“ haben sich im Rathaus in Liggersdorf getroffen.

Unter dem Motto: „Was ich noch zu sagen hätte...“ besprachen sie den Wandel von Gemeinwesen und Miteinander in der Gemeinde Hohenfels. Peter Beck, ein Mitarbeiter der Organisation Vinzenz Service, die sich auf das Thema „Gut älter werden“ spezialisiert hat, moderierte den Abend.

Land unterstützt Initiativen finanziell

Zunächst erklärte Beck die Rahmenbedingungen und Vorgehensweise des Programms. Hierbei erläuterte er, dass das Land Vorschläge für Initiativen, die das Leben im ländlichen Raum fördern und beleben, auch finanziell unterstützt. Danach sammelten die Teilnehmer Beobachtungen, wie sich ihrer Meinung nach das Leben in den fünf Hohenfelser Ortsteilen über die Jahre hinweg geändert hat.

Hier wurde unter anderem immer wieder betont, dass es eine Entfremdung gebe, dass man die Nachbarn innerhalb einer Straße nicht mehr kenne. Außerdem sagten die Teilnehmer, dass sich eine Kluft zwischen Jung und Alt entwickelt habe.

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Einer der Teilnehmer merkte an, dass zwar die Kinder im Kindergarten und in der Schule viele Kontakte untereinander knüpften und sich die Eltern dadurch auch kennen würden, doch wenn die Kinder dann älter würden und als Jugendliche begännen zu arbeiten oder zu studieren, dann gingen viele von ihnen aus Hohenfels fort, und manche kehrten auch nicht wieder zurück.

Kaum Zeit für Vereine

„Die jungen Familien, die gerade dabei sind Häuser zu bauen, insbesondere Neubürger, sind zu sehr damit beschäftigt, sich ein Leben aufzubauen und haben kaum Zeit sich in den Vereinen zu engagieren“, so der Teilnehmer weiter.

„Wenn dann die Kinder aus dem Haus sind, bemerken viele Einwohner, dass sie ihre Nachbarschaft kaum kennen.“ Auch die Tatsache, dass es kaum noch Lokale in den Dörfern gebe, wo man sich treffen könne, um am Stammtisch über lokale Ereignisse zu sprechen, wurde bedauernd erwähnt.

Vorschläge werden gesammelt

Schließlich konnten alle Anwesenden Vorschläge für Verbesserungen des Zusammenlebens und der Infrastruktur auf Kärtchen schreiben, die auf den Tischen lagen. Die Kärtchen wurden dann an eine Stellwand geheftet.

Schnell füllten sich die Spalten mit Vorschlägen, wie monatlichen offenen Treffen in den Dorfgemeinschaftshäusern oder gelegentlichen Markttagen wie der Pflanzenbörse, kleine kulturelle Veranstaltungen oder auch nachbarschaftlichen Hilfsangebote und Fahrgemeinschaften. Peter Beck erklärte, dass das Treffen protokolliert werde, damit die Vorschläge bei zukünftigen Treffen weiter diskutiert werden könnten.

Bürgermeister lädt Alle ein

Insgesamt zeigten sich alle Beteiligten sehr zufrieden mit dem ersten Treffen. Bürgermeister Florian Zindeler unterstrich noch einmal die Einladung an alle Hohenfelser Bürger: „Es können sich noch immer alle Bürger an den verschiedenen Bürgertischen beteiligen.“ Dies sei auch nach den ersten Treffen möglich. „Egal ob Alt- oder Neubürger, eigentlich sollte doch jeder interessiert daran sein, die Lebensqualität in seinem Ort zu verbessern“, sagte er.

Projekt und Förderung

Der Bürgerverein „Hohenfels hat Zukunft“ ist gemeinsam mit anderen Organisationen Partner beim Projekt „Wir! Für mehr Lebensqualität in Hohenfels“ im Rahmen des Förderprogramms Quartiersimpulse. Aus diesem Programm des Landesministeriums für Soziales und Integration in Zusammenarbeit mit der Initiative Allianz für Beteiligung erhält die Gemeinde 68 000 Euro. Es gibt vier Bürgertische, an denen die Einwohner Vorschläge und Ideen erarbeiten können, die das Leben im ländlichen Raum attraktiver und angenehmer machen können. (rie/löf)