Vier Dörfer mit etwa 500 Einwohnern im bolivianischen Hochland haben sauberes Wasser – das ist die Bilanz des Vereins Freunde für Sartawi seit dessen Gründung im Jahr 2012. Und auch in Zukunft sollen weitere Projekte folgen. So wurde kürzlich bei der Hauptversammlung ein Kassenstand von 20 000 Euro bekannt gegeben, der bereits für die nächsten zwei Vorhaben verplant ist.

„Seit seiner Gründung hat der Verein schon sehr viel bewirken können”, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Freunde für Sartawi, Wolfgang Söhlemann. Und das gelang trotz vergleichsweise geringen Mitteln, die durch Mitgliedsbeiträge, großzügige Einzelspenden und den Erlös aus Benefizveranstaltungen zustandekommen. Zudem setzt sich der Verein in komplizierten Beantragungsprozessen für Zuschüsse vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ein. So wurde beispielsweise beim aktuellsten und vor kurzem abgeschlossenen Projekt in Toraca Baja staatliche Hilfe im Umfang von 13 000 Euro gewährt.

Die Gründung der Vereinigung vollzog sich vor rund acht Jahren nach einer Bolivienreise des ehemaligen evangelischen Stockacher Pfarrers Claus von Criegern. Diesem fiel in der dortigen Hochebene das Elend der Bauern auf. Der Grund hierfür sind die überaus schlechten Bedingungen für landwirtschaftliches Arbeiten. „Wassermangel durch die immense Höhe und Beschaffenheit dieses Gebietes macht es den Bauern schwer. Und als wäre das nicht genug, belasten die quecksilberverseuchten Abwässer der hier seit jeher bestehenden Silberminen das wenige kostbare Nass“, sagt Söhlemann. Dieses Problems haben sich der evangelische Theologe von Criegern und seine Unterstützer mit der Gründung des Vereins Freunde für Sartawi angenommen.

Der Verein hat derzeit 70 Mitglieder und fördert die Arbeit seiner bolivianischen Kollegen von der Partnerorganisation „Fundación Sartawi Sayariy”, der in den 80er-Jahren von der evangelischen Kirche gegründet wurde. Zukünftig sollen auch andere bolivianische Hilfswerke vom Verein unterstützt werden. Das hat der Verein bei der Hauptversammlung mit einer Satzungsänderung beschlossen.

Vor Ort bauen die Einrichtungen Brunnen, um die vom Silberabbau verschmutzten, natürlichen Wasserläufe zu umgehen und somit an sauberes Wasser zu kommen. Diese Methode macht die Hilfe für die Bauern erst möglich, denn Kläranlagen sind laut Vize-Vereinsvorsitzendem Söhlemann zu teuer. Zusätzlich werden Wasserleitungen gelegt, um das Wasser der angezapften, unterirdischen Quelle zu den Landwirten transportieren zu können. Somit wird eine bessere Wasserversorgung der Felder möglich gemacht. Auch die Viehzüchter profitieren davon, denn auch ihre Tiere brauchen Wasser. So wird den Bauern geholfen, die mit dieser Hilfe einen höheren Ertrag erzielen. Das Leben der Landwirte wird dementsprechend besser und leichter.

Über den Altiplano

Das Gebiet im Hochland erstreckt sich über den Südosten Perus und den Westen Boliviens. Es liegt zwischen 3800 und 4000 Meter hoch und zeichnet sich durch ein kaltes, trockenes Klima sowie seinen kargen Boden aus. Seine Fläche beträgt rund 170 000 Quadratkilometer, darauf befindet sich mit dem Titicacasee auch der größte Hochgebirgsee der Erde. Die bolivianische Hauptstadt La Paz liegt ebenfalls in diesem Gebiet, welches zu den höchstgelegenen von Menschen bewohnten Regionen gehört. (kor)