Zum vierten Mal, diesmal im Sommer, trat der Star-Violinist Professor Michael Grube in der Kirche St. Oswald in Mindersdorf auf. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenen Bürgermeister Ralf Sigmund sprach Michael Grube ein paar einführende Worte zu den bevorstehenden Musikstücken, obwohl er meinte, dies sei eigentlich nicht nötig. Nachdem alle Anwesenden dann einen Platz gefunden hatten, begann er auf seiner beinah 400 Jahre alten Original Geige von Nicola Amati zu spielen. Die weichen Klängen schwebten durch die Stille des Kirchenschiffs und ließen die Zuhörer, wie es später eine Besucherin ausdrückte: „Den Alltag draußen vor der Tür lassen.“

Teufelslachen von Paganini

Sein diesjähriges Konzert hatte er mit „Unsterblichen Violinwerken aus vier Jahrhunderten“ überschrieben und er zeigte sein virtuoses Können bei allen vorgetragenen Stücken. Insbesondere fasziniert waren etliche Zuhörer von der Caprice Nr. 13 von Niccolo Paganini, genannt „Das Teufelslachen“. Dieser Titel ist zwar ungewöhnlich für ein Konzert in einer Kirche, doch im Zusammenhang mit den anderen Werken passte es wunderbar und man konnte hören, wie die Violine in den Händen von Michael Grube fast hämisch lachte.

Absolute Geschicklichkeit

Ein weiterer Höhepunkt war an diesem Abend das Werk von Jaques F. Mazas „Alla Polacca“ Konzert-Caprice op. 81. Hier war absolute Geschicklichkeit gefragt, denn Grube musste gleichzeitig zupfen und den Bogen streichen. Bei Bachs Sonate Nr. 1 g-moll merkte man Bachs Vorliebe für die Orgel und Michael Grube ließ seine Amati fast wie eine Orgel die gute Akustik der Kirche ausnutzen, deren Klang den Raum füllte.

Begeisterte Zuhörer

Die Zuhörer waren begeistert und erklatschten sich zwei Zugaben. „Es ist das erste Mal, dass ich zu einem Violinkonzert gekommen bin, aber es hat mich in eine völlig andere Welt versetzt“, sagte die Besucherin Sabine Müller. Ein weiterer Zuhörer sagte: „Es ist schon großartig, wie Professor Grube seine Geige von einem Flüstern zu einem Crescendo in wenigen Sekunden bringt. Das ist wahres Können.“