Was soll mit herrenlosen, streunenden Katzen passieren? Was, wenn Hofkatzen nicht kastriert sind? Wer kümmert sich um sie? Mit diesen Fragen, die im September im Gemeinderat von Hohenfels aufkamen (siehe unten), beschäftigte sich das Gremium nun erneut. Die Gemeinde hatte Johannes Linnemann von der Musella-Stiftung eingeladen, um über das Thema zu referieren und Erfahrungen zu erzählen. Die Räte diskutierten anschließend angeregt und nun soll eine Katzenschutzverordnung entworfen werden.

Einblicke in Projekt im Schwarzwald

Linnemann erläuterte, dass seine Stiftung im Südschwarzwald ein Projekt ins Leben gerufen hat, bei dem die Hofkatzen in Kooperation mit deren Besitzern für einen geringen finanziellen Aufwand kastriert werden. Dies soll das Problem von einer explodierenden Katzenpopulation lösen. Oft seien diese Tiere aber größtenteils sich selbst überlassen. Dies fördere die Ausbreitung von Krankheiten und die Möglichkeit der Überpopulation. Auch das gezielte Töten von Jungtieren finde immer noch statt, obwohl dies ein Gesetzesverstoß sei.

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Das Ziel des Projekts der Musella-Stiftung ist, zum einen konkreten Tierschutz zu leisten und auf der anderen Seite durch Aufklärung eine bewusste Wertschätzung dieser Lebewesen zu erreichen. Die Stiftung übernimmt daher 90 Prozent der Kosten für die Kastration/Sterilisierung der Tiere, wie auch eventuell eine notwendige medizinische Versorgung. Viele der Gehöfte hätten zwischenzeitlich ihre Bereitschaft erklärt und ihre Tiere kastrieren lassen. Insbesondere da festgestellt worden sei, dass es den Tieren besser gehe, weil Revierkämpfe wegfielen und Katzen nicht ständig tragend seien, so Linnemann.

Johannes Linnemann von der Musella-Stiftung (links), der im Rat referierte, und Kerstin Riebesehl vom Tierschutzverein Stockach und Umgebung. Bild: Jan Riebesehl
Johannes Linnemann von der Musella-Stiftung (links), der im Rat referierte, und Kerstin Riebesehl vom Tierschutzverein Stockach und Umgebung. Bild: Jan Riebesehl

Vorschlag für die Gemeinde

Für Hohenfels schlug Linnemann vor, dass die praktikabelste Lösung sei, den Kontakt mit dem örtlichen Tierschutzverein Stockach und Umgebung zu suchen. Er verwies auf die kommissarische Vorsitzende Kerstin Riebesehl, die unter den Zuhörern war.

Gemeinderat Karlheinz Lehmann (FUW) sagte, dass er selbst mehrere Katzen besitze und diese als Freigänger alle kastriert seien. Jedoch habe er dies selbst bezahlt: „Meiner Meinung nach ist dies auch normal, denn man hat ja Verantwortung den Tieren und der Gemeinschaft gegenüber.“ Linnemann wies darauf hin, dass „eine Kastration von etwa 20 oder mehr Tieren schon ein größeres logistisches und finanzielles Engagement bedeutet“.

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Kritik am Verhalten der Tierschützer

Gemeinderat Günter Leute (BLV) warf ein: „Wir haben auf unserem Hof auch Katzen, die die Kinder lieben und die kastriert sind. Doch ich finde es geht zu weit, wenn Tierschützer zu jeder Tages- und Nachtzeit auf den Hof kommen, Fotos machen und uns erzählen, wie wir unsere Tiere halten sollten.“

Bürgermeister Florian Zindeler sagte, dass dieses Verhalten nicht zulässig sei. Er empfahl, dass der Gemeinderat eine Katzenschutzverordnung erstellen sollte, um dann möglicherweise eine Kooperation mit einem Tierarzt und ehrenamtlichen Helfern, wie dem Tierschutzverein, anzuregen. So könnte die Gemeinde dem Problem herrenloser oder verwahrloster Katzen und Fundkatzen Herr zu werden.