Die Gemeinde investiert rund 93 000 Euro in Umbauten an den Wasserhochbehältern in Kalkofen und Mindersdorf sowie die Sanierung der Halden-Quellen in Deutwang. Die Wasserschau 2017 hat einige Mängel gezeigt, deren Ausbesserung das Gesundheitsamt fordert. Zudem beinhaltet der jüngste Beschluss des Gemeinderats auch die Einrichtung einer Notstromversorgung für den Ernstfall. Was wirklich gemacht werden soll und wie sinnvoll die angedachten Maßnahmen sind, gab allerdings eine längere Diskussion in der Sitzung des Hohenfelser Gemeinderats.

Eike Reckmann vom Ingenieurbüro Reckmann stellte dem Gremium vor, was an den Hochbehältern in Kalkofen auf dem Josenberg und in Mindersdorf gemacht werden müsste. Auch die Halden-Quellen und den stillgelegten Tiefbrunnen Steinrausen sprach er an. Die Wasserschau war bereits im Januar Thema im Gemeinderat, doch die Planung der notwendigen Sanierungen ist inzwischen weiter fortgeschritten. So entspricht die Lüftung des Hochbehälters Josenberg über Metallrohre auf dem Dach nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben und ein Filter, zum Beispiel für Pollen, müsse nachgerüstet werden. In Mindersdorf sei es dasselbe, erklärte Reckmann. Im Hochbehälter Deutwang sei hier bei der Wasserschau jedoch nichts bemängelt worden.

Gemeinderat Günter Leute (BLH) wunderte sich, dass die Sprache von Papierfiltern war. Er hatte Bedenken, dass Schimmel entstehen könnte oder ein solcher Filter "eine Keimschleuder" wäre. Laut Reckmann seien die Filter aber geeignet und zugelassen. Rat Anton Arnold (FUW) verwies darauf, dass 20 000 Euro "eine stolze Summe" sei. So viel soll die neue Behälterlüftung am Josenberg und in Mindersdorf jeweils kosten. Reckmann wies aber darauf hin, wie sich die Lüftung baulich zusammensetze und dass es mehr als nur der Filter sei.

Neben den Filtern ging es auch um die Eingangstüren, die sicherheitstechnisch aufgerüstet werden müssten, damit nichts das Wasser verunreinigen könne. "Die Pflege des Wassernetzes ist wichtig", betonte Bürgermeister Florian Zindeler und sagte auch, dass es wichtig sei, Notstrom nachzurüsten. Das Ingenieurbüro erhielt hier direkt den Auftrag abzuklären, ob es Möglichkeiten gibt, Geld aus Fördertöpfen zu bekommen. Zindeler schlug vor, ein Paket mit den dringendsten Maßnahmen zu schnüren: Türen, Lüftung und Notstrom. Alles andere, zum Beispiel ein Rückbau des 2003 stillgelegten Tiefbrunnens Steinrausen, könne später nachgezogen werden. Rat Karl Schmid (FUW) war allerdings der Meinung: "Notstrom im Brunnen Brühl würde reichen, weil die ganze Gemeinde über ihn versorgbar wäre."

Reckmann sprach auch die Halden-Quellen in Deutwang an. Sie seien in den 1960er-Jahren gebaut worden und es gebe keine Pläne darüber, wo und wie die Quellstränge unter der Erde verlaufen. Die unscheinbaren Quelleinfassungen, von denen oberirdisch nur die Deckel mit Türmchen aus Metall zu sehen sind, bräuchten Nachbesserungen und Sanierungen. So liege in einem der 2,5 Meter tiefen Schächte ein Rohr im Wasser. "Das bedeutet eine Verkeimungsgefahr", sagte Reckmann. Es sei zwar ein Neubau beider Quellsammelschächte empfehlenswert, doch dies sei aufgrund der Lage am Hang schwierig. Eine Kostenberechnung beziffert diese mit rund 40 000 Euro. Es steht aber eine Ortung der Quellschächte (Befahrung) an, da das Gesundheitsamt dies fordere, so Reckmann. Eine Fachfirma hat dazu ein Angebot für 6240 Euro gemacht. Auf Rückfrage von Rat Olaf Graf-Stanulla (BLH) erklärte der Ingenieur, dass das Amt dies fordere, um den baulichen Zustand zu sehen. Die Wasserqualität der Halden-Quellen sei in Ordnung.

Die Quelleinfassungen haben Metalldeckel mit rund einem Meter Durchmesser.
Die Quelleinfassungen haben Metalldeckel mit rund einem Meter Durchmesser. | Bild: Ramona Löffler

Letztendlich bekamen die Lüftungen für die Hochbehälter Josenberg und Mindersdorf, die Arbeiten an den Türen und Notstrom für den Brunnen Brühl die oberste Priorität (rund 47 000 Euro). Die Befahrung und Sanierung der Halden-Quellen liegt an zweiter Stelle (46 240 Euro) und dritte Priorität hat der Rückbau des Tiefbrunnens Steinrausen (40 000 Euro). Das Gremium war einstimmig dafür, Priorität 1 und 2 anzugehen.