Die Organisatoren des Jahreskonzerts des Musikvereins wurden von dem Andrang der Zuhörer gleich nach der Öffnung der Türen überrascht. Man hatte in der Liggersdorfer Hohenfelshalle Zuhörerreihen für etwa 280 Personen aufgestellt, aber es zeigte sich sehr schnell, dass die Hallenkapazität kaum ausreichte, um allen Anwesenden eine Sitzmöglichkeit zu bieten. So mussten sich etliche Gäste mit einem Stehplatz begnügen. Viele benachbarte Musikvereine waren auch unter den Gästen, weil das Jahreskonzert des Musikvereins Liggersdorf schon eine vorweihnachtliche Tradition hat und bekannt ist für seine musikalische Qualität. Und auch diesmal hielt der Musikverein dem Druck der Erwartungen stand.

Eröffnet wurde der Abend mit der Jugendkapelle WiSeLi unter der Leitung von Christian Reutebuch mit dem Stück des deutschen Komponisten für Blasmusik Kurt Gäble: "Nineteen-Fifity-Eight (1958)", was die Aufbruchstimmung der Nachkriegsjahre reflektierte. Ein Medley mit Stücken des Oscar-Preisträgers Hans Zimmer gab einen Überblick über dessen Filmmusik-Werk. Auf der Großleinwand neben der Bühne waren auch dementsprechende Einspielungen zu sehen. Danach übernahm Mathias Keller-Fröhlich die Leitung mit dem Stück "The Best Of Phil Collins". Hier wie auch bei den ersten Stücken konnten die Konzertbesucher hören, wie die jungen Musiker mit Begeisterung und wirklich beachtlichem musikalischem Können ans Werk gingen. Das Konzert zeigte, wie wichtig es ist, die Begeisterung für Musik schon früh zu wecken und musikalisches Können dadurch zu entwickeln und zu fördern, denn die Einsätze und das Zusammenspiel der jungen Musiker waren auf einem hohen Niveau.

Das Programm des Musikvereins hatte den Titel "Einmal um die ganze Welt". Sinnigerweise hieß das erste Stück dann auch "Gonna fly now" von Bill Conti, die Titelmusik des Films "Rocky", unter der Leitung von Sabine Lohr. Danach ging die musikalische Reise nach Russland mit dem Stück "Glasnost" von Jacob de Haan, der unter dem Pseudonym Dizzi Stratford seine Musik schreibt. Das Solo für Klarinette von Vittorio Monte mit dem Titel "Czardas" unter der Leitung von Markus Leute geriet zu einem absoluten Leckerbissen. Die Solistin war Luisa Längle, Empfängerin des Jugend-Musik-Leistungs-Abzeichen in Gold. Sie zeigte, dass sie das JMLA zu recht erhalten hat. Mit dem Stück "Nightflight" von James Swearingen ging es zu den Ehrungen.

Luisa Längl spielt in der Hohenfelshalle einfühlsam den Solopart für Klarinette in "Czardas".
Luisa Längl spielt in der Hohenfelshalle einfühlsam den Solopart für Klarinette in "Czardas". | Bild: Jan Riebesehl

Die Reise um die Welt ging weiter mit der "African Symphony" von Van McCoy, über "La Storia" von Jacob de Haan/Dizzy Stratford, "The Mystery of Atlanta" von Michael Geisler und "El Cumbanchero" von Rafael Hernandez. Nach einer Dankesrede von Bürgermeister Florian Zindeler gab es noch eine Zugabe, die das Publikum sehr schön auf die Weihnachtszeit einstimmte: mit John Lennons "Happy Xmas", wobei die Musiker verhalten den Text sangen. Alles in Allem war es ein Konzertabend, der den hohen Ansprüche, den die Musiker an sich selbst haben, durchaus gerecht wurde und Vorfreude auf das nächste Jahr aufkommen lässt.

 

Ehrungen

  • Jungmusiker: Geehrt wurden mit dem Jungmusikerleistungsabzeichen (JMLA) in Bronze Denise Gassner, Fabienne Feiler, Alina Benkler und Andrea Leute. Mit dem JMLA in Silber Hannah Freudemann, Timo Benkler, Annemarie Längle, Miriam Liebherr und Till Skonieczny. Luisa Längle bekam das JMLA in Gold.
  • Treue Mitglieder: Für zehn Jahre aktive Vereinsmitgliedschaft wurden Melanie Keller und Maike Reutebuch geehrt, für 20 Jahre Stefan Wegmann. Harald Kuri bekam für 30 Jahre die Ehrennadel in Gold, auch Sabine Lohr erhielt eine. Der Verein ehrte auch die passiven Beisitzer Hans Veit und Albert Lutz für 25-jährige Treue.