Innerhalb weniger Wochen ist es der zweite Motorradunfall auf Straßen rund um Stockach, bei dem ein Todesopfer zu beklagen ist. Am Dienstag gegen 8 Uhr ist eine 60 Jahre alte Motorradfahrerin mit einem Auto zusammengestoßen. Sie verstarb noch an der Unfallstelle an ihren schweren Verletzungen, wie die Polizei in einer Pressemeldung mitteilt.

Den Informationen zufolge war die 60 Jahre alte Motorradfahrerin aus Richtung Herdwangen auf der Kreisstraße unterwegs. Eine 74 Jahre alte Autofahrerin überquerte die Kreisstraße auf der Schloßstraße. Dabei hat sie die vorfahrtsberechtigte Motorradfahrerin offenbar übersehen. Die 60-Jährige prallte mit ihrem Motorrad in die Beifahrerseite des Autos. Die Autofahrerin trug Verletzungen davon und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Der Hubschrauber hatte den Einsatzort bereits gegen 8.40 Uhr verlassen, so Informationen der Polizei vom Einsatzort.

An der Unfallstelle zeigt sich, wie heftig der Zusammenstoß gewesen sein muss: Trümmer liegen auf mehreren Quadratmetern um das Wrack des Motorrads herum verstreut, einzelne Teile hat es bis in die angrenzen Äcker geschleudert. Die Motorradfahrerin blieb erst einige Meter hinter der Aufprallstelle liegen.

Für die Unfallaufnahme war die Kreisstraße für mehrere Stunden voll gesperrt, der Verkehr wurde örtlich umgeleitet. Erst gegen 11.30 Uhr war die Straße wieder frei, wie die Polizei mitteilt. Auf Anordnung der Konstanzer Staatsanwaltschaft wurde außerdem ein Gutachter hinzugezogen und der Führerschein der 74-Jährigen eingezogen. Der Gutachter soll nun den Unfallhergang rekonstruieren und feststellen, ob der Unfall vermeidbar gewesen wäre, so Sauter.

Mit dem Unfall vom Dienstag sind beide tödliche Motorradunfälle, die es dieses Jahr laut Polizeistatistik im Kreis Konstanz gab, in der Umgebung von Stockach passiert. Erst Anfang Juni war ein 22 Jahre alter Motorradfahrer auf der Landesstraße 194 beim Stockacher Ortsteil Winterspüren gestorben. Ein überholender Autofahrer hatte ihn übersehen, auch der 22-Jährige starb an der Unfallstelle. Eine pauschale Theorie über die Ursachen dafür hört man von Polizeisprecher Markus Sauter nicht: "Es kommt auf jeden Einzelfall an", sagt er. Ein Unfallschwerpunkt mit auffälligen Häufungen, an dem Motorradfahrer besonders gefährdet seien, ergebe sich aus der polizeilichen Statistik jedenfalls nicht.

Die Statistik

Die Polizei verzeichnet bislang für dieses Jahr zwei tödliche Unfälle mit "motorisierten Zweirädern" – wozu nicht nur Motorräder gehören – im Kreis Konstanz, beide im Raum Stockach, nämlich an der Landesstraße 194 und nun bei Hohenfels. Auch im Jahr 2017 gab es zwei Motorradunfälle mit tödlichem Ausgang im Raum Stockach. Im Juli starb ein Motorradfahrer auf der Kreisstraße 6180 zwischen Stockach und Zoznegg. Und Ende August ist ein Biker auf der L 194 bei Winterspüren ums Leben gekommen. (eph)