Fensterputzen? Das dürfte bei den meisten Lesern ähnlich weit oben auf der Beliebtheitsskala stehen wie eine Zahnwurzelbehandlung oder die alljährliche Steuererklärung. Und bei den Leserinnen sieht die Sache vermutlich nicht anders aus. Denn an Frauen dürfte es meistens hängen bleiben, am Haus für den Durchblick zu sorgen – auch wenn das an dieser Stelle natürlich die pure Spekulation ist.

Doch es gibt offenbar auch die Möglichkeit, Männer zum Dienst am Durchblick zu bringen. Das ist zum Beispiel kürzlich in Hohenfels passiert – allerdings war dazu ein trickreiches Manöver notwendig, wie Bürgermeister Florian Zindeler berichtet. Und natürlich hat irgendwie die Fasnacht etwas damit zu tun. Denn die Sache trug sich zu beim Sportlerball anno 2017. Da sei er von einigen Fasnachtern in einen mehr oder weniger fairen Wettstreit auf der Bühne verwickelt worden, erinnert sich Zindeler. Zu den Fragen gehörte dabei auch, wie viele Fenster das Hohenfelser Rathaus in Liggersdorf habe.

Nun, der genaue Wert tut hier nichts zur Sache. Aber die Frage sollte später noch eine Bedeutung haben. Denn drei der Narren wurden am Ende dazu verdonnert, diese Fenster zu putzen – als Ausgleich für ein närrisches Danebenbenehmen auf offener Bühne, erzählt Zindeler. Dessen Natur sei an dieser Stelle allerdings geflissentlich verschwiegen. Und kürzlich, das Gerüst von der Fassadensanierung am Rathaus stand noch, seien die drei dieser Verpflichtung auch nachgekommen, erzählt der Verwaltungschef – wobei er währenddessen im Urlaub gewesen sei und lediglich Beweisfotos seiner Mitarbeiter gesehen habe.

Mitunter muss man offenbar mit allen Tricks arbeiten, um Männer zum Fensterputzen zu bringen. Dafür haben die Verwaltungsmitarbeiter wieder den vollen Durchblick. Und wie viele Fenster hat das Liggersdorfer Rathaus nun? Das ist bei der ganzen Geschichte leider nicht genau überliefert worden.