In diesem Jahr hatte Liggersdorf gegenüber München die Nase vorn, zumindest zeitlich: Beginnt das Oktoberfest in München im September, feierte man in Liggersdorf schon am letzten August-Samstag. Beim gemütlichen Fest in und rund um das Vereinsheim des SV Liggersdorf herrschte eine tolle Stimmung bei herrlichem Sommerwetter.

Es hatte sich zwar herumgesprochen, dass das Oldtimertreffen für Traktoren inzwischen fester Bestandteil des Festes ist, mit einem so großen Andrang hatten jedoch auch die Veranstalter nicht gerechnet. 50 Fahrzeuge, alle älter als 30 Jahre, waren erschienen und machten sich gegen 14.45 Uhr auf eine etwa 30 Kilometer lange Rundfahrt durch Hohenfels. Nach einer Pause zur Stärkung kehrten alle ohne erwähnenswerte Zwischenfälle wieder zum Vereinsheim zurück.

Für viele Besucher war das Treffen eine willkommene Möglichkeit, sich die verschiedenen Modelle anzusehen und vielleicht auch in Erinnerungen zu schwelgen. So konnte man unter anderem wohl den ältesten Teilnehmer, einen Lanz Bulldog aus dem Jahr 1941 bewundern. Der Besitzer Fritz Kille aus Walbertsweiler erzählte, dass er vor 30 Jahren seinen Traktor renoviert habe. Das Gefährt habe einen Hubraum von 10,3 Liter und liefere auch heute noch stolze 35 PS.

Fritz Kille aus Walbertsweiler kam mit seinem Lanz Bulldog aus dem Jahr 1941 im Originalzustand.
Fritz Kille aus Walbertsweiler kam mit seinem Lanz Bulldog aus dem Jahr 1941 im Originalzustand.

Das Anlassen muss immer noch in der ursprünglichen Form geschehen: mit einer Lötlampe wird vorgeglüht und dann wird mit dem Steuerrad das Schwungrad angekurbelt. Fritz Kille und sein Nachbar Paul Leiß aus Krauchenwies mit seinem Lanz Bulldog, Baujahr 1951, demonstrierten dies vor ihrer Abfahrt publikumswirksam. Leiß wies noch darauf hin, dass der Lanz Bulldog Baujahr 1921 der erste Dieseltraktor weltweit war.

Dass so ein Oldtimertreffen eine Sache für die ganze Familie sein kann, zeigte sich an etlichen Traktoren, auf denen alle Familienmitglieder mitfahren durften. So beispielsweise eine fast schon exotische Rarität wie der Traktor der Marke Wahl W 133, die schon lange nicht mehr existiert, aus dem Baujahr 1961, von André Stump aus Liggersdorf. Er hatte den alten, seinerzeit rostigen, heruntergekommenen Traktor von 25 PS in mühevoller Arbeit über zwei Jahre liebevoll restauriert und erzählt, dass der Traktor während der Sommermonate fast täglich benutzt werde, für zweistündige Familien-Rundfahrten in Hohenfels.

Auch Werner Riegger aus Liggersdorf führte seinen Enkel Lukas mit einer Fahrt schon früh an den Eicher Diesel heran.

Früh übt sich: Werner Riegger mit seinem Enkel Lukas auf dem Eicher. So wird schon der jüngsten Generation die Freude am Traktorfahren vermittelt.
Früh übt sich: Werner Riegger mit seinem Enkel Lukas auf dem Eicher. So wird schon der jüngsten Generation die Freude am Traktorfahren vermittelt. | Bild: Jan Riebesehl

Ab dem späten Nachmittag ging es im Sportheim zünftig zu. Bei Haxen und Weißwürsten konnte man viele, insbesondere junge Leute, in Dirndl und Tracht sehen, die ausgelassen feierten.

Am Abend wird bei bester Stimmung im Vereinsheim gefeiert. Auf dem Speiseplan stehen Weißwürste und Haxen. Das speziell für diesen Tag gebraute Bier wird in echten Maßkrügen ausgeschenkt.
Am Abend wird bei bester Stimmung im Vereinsheim gefeiert. Auf dem Speiseplan stehen Weißwürste und Haxen. Das speziell für diesen Tag gebraute Bier wird in echten Maßkrügen ausgeschenkt. | Bild: Jan Riebesehl

Für Musik sorgten die „Original Stehgreiflern“, die im Sportlerheim um die Tische herumgingen während sie spielten. Dass das Oktoberfest in Liggersdorf ein Fest für Jung und Alt ist, zeigte sich nicht zuletzt daran, dass einige Senioren sich bereits am Nachmittag an einen Tisch setzten und bis in den Abend hinein fachsimpelten und vermutlich in Erinnerungen schwelgten.