Es ist eine perfekt ausgeklügelte Choreografie: Lastwagen, Straßenfertiger und Walzen bringen in diesen Tagen zügig die neuen Asphaltschichten im Kreisverkehr der Landesstraße 194 zwischen Kalkofen und Selgetsweiler auf. Am Freitag war der Einbau der Tragschicht, wie es im Fachjargon heißt. Im Kreisel sind zwei Fertigerfahrzeuge unterwegs, den Asphalt in zwei Bahnen aufbringen. Die heiße Masse lasse sich später problemlos verbinden. Die Tragschicht wird 14 Zentimeter hoch. Auf sie folgen eine Bindeschicht mit acht Zentimetern und der Feinbelag mit vier Zentimetern, auf dem später der Verkehr rollt.

Im Kreisverkehr sind gleichzeitig mehrere Baufahrzeuge untergwegs. Die grünen Fahrzeuge sind Fertiger, die Asphalt in der richtigen Menge aufbringen. Die Walze verdichtet das Material und presst Hohlräume heraus. Auf Tragschicht – die erste von ingesamt drei – kommen nach dem Abkühlen acht Zentimeter Bindeschicht und schließlich vier Zentimeter Feinbelag.
Im Kreisverkehr sind gleichzeitig mehrere Baufahrzeuge untergwegs. Die grünen Fahrzeuge sind Fertiger, die Asphalt in der richtigen Menge aufbringen. Die Walze verdichtet das Material und presst Hohlräume heraus. Auf Tragschicht – die erste von ingesamt drei – kommen nach dem Abkühlen acht Zentimeter Bindeschicht und schließlich vier Zentimeter Feinbelag. | Bild: Löffler, Ramona

Und das wird viel Schwerlastverkehr sein auf der wichtigen Verbindung zwischen Stockach und Pfullendorf sein. Deshalb war die Sanierung nötig und deshalb ist nun auch strapazierfähiges Material im Einsatz, erklärt ein Vertreter der Neubauleitung Singen des Regierungspräsidiums Freiburg (RP). „Die Bindeschicht im Kreisverkehr besteht aus einem besonders dichtem Material, das die Schubkräfte des Schwerlastverkehrs besser aufnehmen kann.“ Denn Bremsen, Beschleunigen und enge Kurven belasten Asphalt stark. Für die Tragschicht bringen Lastwagen rund 600 Tonnen Asphalt. Insgesamt sind für alle drei Asphalt-Schichten rund 2000 Tonnen nötig, erklärt Christoph Feger, Projektleiter bei der Baufirma Storz. "Bevor die Bindeschicht auf die Tragschicht kommt, muss sie erst abkühlen." Dann sprühe ein Arbeiter mit einem Spezialgerät ein Haftmittel auf, das Trag- und Bindeschicht gut verbindet.

Alle Verkehrsinsel an den Kreisverkehrszufahrten bekommen in der Mitte, wo jetzt das Baugerät steht, eine gepflastere Fläche. In die eingefassten Bereichen außen kommen später ein Fließ und Schotter, erklärt Christoph Feger, Projektleiter bei der Baufirma Storz. <em>Bild: Ramona Löffler</em>
Alle Verkehrsinsel an den Kreisverkehrszufahrten bekommen in der Mitte, wo jetzt das Baugerät steht, eine gepflastere Fläche. In die eingefassten Bereichen außen kommen später ein Fließ und Schotter, erklärt Christoph Feger, Projektleiter bei der Baufirma Storz. Bild: Ramona Löffler | Bild: Löffler, Ramona

Auch an allen vier Zufahrten zum Kreisverkehr laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Die Straßen bekommen neue Einfassungen oder erstmals Einfassungen. Das solle verhindern, dass Lastwagen die Kurven schneiden, erläutert der Mitarbeiter des RPs. Die Busshaltestelle auf Höhe der Loghöfe erhält neue, spezielle Niederflursteine, damit der Bus näher heranfahren kann. „Die Fahrgäste können dann auch leichter ein- und aussteigen“, sagt er. Außerdem entstehen an einem Abschnitt der Fahrbahn Richtung Selgetsweiler Querneigungsprofilierungen, die dafür sorgen sollen, dass das Oberflächenwasser gut von der Straße ablaufen kann. Die Verkehrsinseln bleiben von Lage von Größe so, wie sie sind, aber sie erhalten in der Mitte eine gepflasterte Fläche, erläutert Feger. In den eingefassten Bereiche daneben liegt später Schotter.

Hier entsteht an der Bushaltestelle auf Höhe der Loghöfe ein spezieller Pflasterbelag, der es erlaubt, dass Busse besser an die Haltestelle heranfahren können und dass die Fahrgäste besser ein- und aussteigen können. <em>Bild: Ramona Löffler</em>
Hier entsteht an der Bushaltestelle auf Höhe der Loghöfe ein spezieller Pflasterbelag, der es erlaubt, dass Busse besser an die Haltestelle heranfahren können und dass die Fahrgäste besser ein- und aussteigen können. Bild: Ramona Löffler | Bild: Löffler, Ramona

Die Baustelle liegt mehr als nur gut im Zeitplan. Voraussichtlich werde der Kreisverkehr zwei Wochen früher fertig als gedacht. Nach dem Einsatz der Baufirma kümmern sich dann noch andere Firmen um die Leitplanken, Markierungs- und Gärtnerarbeiten.

Sergej Glubrecht (links) und Roger Richter laufen vor, neben oder hinter den Fertigerfahrzeugen und schaufeln Asphaltmasse um, falls nötig. <em>Bilder: Ramona Löffler</em>
Sergej Glubrecht (links) und Roger Richter laufen vor, neben oder hinter den Fertigerfahrzeugen und schaufeln Asphaltmasse um, falls nötig. Bilder: Ramona Löffler | Bild: Löffler, Ramona

Und wie läuft es mit den Umleitungen? Bei der Gemeinde Hohenfels sei nichts Negatives angekommen, sagt Hauptamtsleiterin Veronika Möller. Der Vertreter des RPs und die Mitarbeiter der Baufirma sehen aber oft, wie Fahrzeuge einfach die Baustraße benutzen. Und beim Pressetermin stand plötzlich ein Wagen am Übergang zum noch heißen Asphalt und musste zurückgewunken werden. „Manche sind unbelehrbar und ignorieren alle Verkehrsschilder und Sperrungen“, sagt der RP-Mitarbeiter.