Ein ungewöhnlicher Ex-Gasthaus-Umbau mit mehreren Nutzungen war ein Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Firma KoKoBa Kommunales kostengünstiges Bauen möchte den ehemaligen Landgasthof Bären so umgestalten, dass die vorhandenen Gasträume mit der Gastronomie „Da Gigi“ bestehen bleiben, jedoch weitere Räume zum altersgerechten Wohnen und mögliche Räume für innovative Kleingewerbetreibende und Existenzgründer entstehen. Es ging in der Sitzung um die Beantragung der Baugenehmigung für das Projekt „Evergreen Liggersdorf“.

Coworking-Plätze im ersten Stock

Die Pläne für das große Gebäude sehen ein Büro zum Coworking im ersten Stock vor. Coworking bedeutet, dass mehrere Menschen dort gleichzeitig ihrem Büroalltag nachkommen können. Es sind vier Arbeitsplätze vorgesehen, an denen die Nutzer Zugang zu schnellem Internet erhalten. Außerdem soll es Konferenzräume geben und Wohneinheiten, die in Größe und Ausstattung variieren.

Während der Präsentation des Projekts in der Ratssitzung wurde erläutert, dass dieses Konzept auch interessant im Hinblick auf altersgerechtes Wohnen wäre. Es wurde erklärt, dass eine Wohneinheit in einem Seniorenheim etwa 2000 bis 3000 pro Monat kosten würde. Eine vergleichbare Einheit in einem Hotel komme dagegen auf 1100 Euro. Außerdem spreche die zentrale Lage des ehemaligen Landgasthofs dafür, dass verschiedene Generationen hier zusammen leben könnten.

Idee für die Küche

Es kam außerdem zur Sprache, dass die Küche in der Zeit bis 10 Uhr morgens anderweitig genutzt werden könnte. Dort könnte zum Beispiel das Essen für den Kindergarten und die Grundschule vorbereitet werden.

Norbert Meier aus Überlingen, der Sprecher des zuständigen Architekturbüros, erwähnte, dass erste Gespräche mit dem Verein Eos Erlebnispädagogik, dem nun Schloss Hohenfels gehört, für eine Kooperation geführt worden seien. Die Idee ist, dass beispielsweise die Bewohner des ehemaligen Bären möglicherweise auch einige Einrichtungen des Schlosses nutzen könnten. Er verwies darauf, dass ähnliche Projekte von Evergreen schon erfolgreich andernorts laufen würden.

Genug Parkplätze

In der Sitzungsvorlage hieß es, die Stellplatzsituation am Gebäude müsse neu überdacht werden, da bei der bisherigen Nutzung bereits die Stellplatzanzahl ausgenutzt sei. Die Parkplätze nach dem Umbau seien geregelt, sagte der Sprecher des Architekturbüros in der Sitzung. Entsprechende Gespräche seien mit den Nachbarn geführt worden und man sei zu einer Einigung gekommen.

Da ansonsten aus baurechtlicher Sicht keine weiteren Bedenken zu erkennen waren, erteilte der Hohenfelser Gemeinderat auf die Empfehlung der Gemeindeverwaltung hin dem Baugesuch für den Bären einstimmig das Einvernehmen.