Die 16-jährige Hannah Freudemann und ihre gleichaltrige Freundin Miriam Liebherr sind zwei der 13 Jugendlichen, die zur Informationsveranstaltung der Freien Unabhängigen Wählervereinigung Hohenfels ins Clubheim des SV Liggersdorf gekommen sind. Sie lassen sich überraschen, was gleich auf sie zukommt. Miriam erzählt, im SG Sigmaringen, das sie besucht, sei auch im Unterricht über die Wahlen gesprochen worden. Hier wollen die acht Kandidaten sie motivieren, mitzumachen und Politik zu gestalten.

Kandidat Sebastian Schmidt beginnt mit ein paar Fragen: „Wen und was wollen wir erreichen? Wir sind zu alt, um zu wissen, was bei euch geht. Was gefällt euch an Hohenfels, was stört oder fehlt, was braucht ihr?“ Die Gemeinde sei auch für sie verantwortlich. „Doch es ist auch eure Aufgabe, der Gemeinde zu sagen, was ihr wollt.“

Morten-Adrian Wagner, mit 25 Jahren deutlich der jüngste Kandidat, und der 43-jährige Realschullehrer Schmidt haben sich eine Art der Abfrage überlegt, die den Jugendlichen eine anonyme Antwort ermöglicht: Sie verteilen Karten in orange, gelb und grün. Darauf notieren alle, was ihnen wichtig ist. Auch ein paar ältere Teilnehmer machen mit.

Während die Gäste schreiben, erzählt Karlheinz Lehmann, der wie Elmar Freudemann, Helmut Steppacher und Karl Schmid bereits Erfahrungen als Mitglied des Gemeinderats gesammelt hat, er hoffe, dass die Jugendlichen nach der Wahl auch zu den Sitzungen kommen und sich weiter für die Lokalpolitik interessieren. „Es ist ein Privileg, wählen zu dürfen. Sie sollen Verantwortung übernehmen und die Person wählen, von der sie annehmen, dass die sie am besten vertreten kann. Sie sollen sagen, was sie wollen, den Finger in die Wunde legen und immer fordern – wie zuhause“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Durch die Teilnahme an Sitzungen könnten die Jugendlichen verfolgen, ob sich die Gemeinderäte für ihre Anliegen stark machen.

Die Karten werden ausgewertet und die Veranstalter stellen fest, dass manche Themen mit überwältigender Mehrheit erwähnt wurden. Für gut erachten die Jugendlichen die vielen Vereine, das Naturbad in Kalkofen, das Restaurant Adler in Liggersdorf und die Bedeutung und Anerkennung des Ehrenamtes. „Es mag verwundern, aber auch für die Landschaft vergaben die Jugendlichen viele grüne Karten“, berichtet Karlheinz Lehmann. Dagegen bemängeln die Erstwähler die schlechten Busverbindungen, fehlende Radwege und die Tatsache, dass es keine neue Halle gibt. Daraus resultieren ihre größten Wünsche: unbedingt eine neue Halle, Radwege, die alle fünf Teilorte miteinander verbinden und eine Wiederholung dieser Veranstaltung.

Die Hohenfelshalle in Liggersdorf ist über 30 Jahre alt und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. „Der Wunsch nach einer neuen Halle geht durch alle Generationen“, bestätigt Lehmann. Die Gemeinde habe bereits ein Grundstück gekauft und Hallen angesehen, die als Vorlage dienen sollten. Jetzt müsse das Geld generiert werden, dann könne es losgehen.

Er sagt: „Das war sowohl für die Jugendlichen als auch für die FUW Hohenfels eine gelungene Veranstaltung“. Die FUW verspricht, einen Folgetermin für die Jugendlichen mit dem gesamten neu gewählten Gemeinderat, zu organisieren. Wenn es nach ihm ginge, könne ein solcher Austausch zu einer festen Einrichtung werden, fügt Lehmann noch an.