Ist das jetzt Souterrain für geflügelte Dorfbewohner oder eine Erdgeschosswohnung? Vielleicht auch der erste Stock? Die Störche im Nest beim Haus von Josef Martin in Mindersdorf sind auf jeden Fall nicht die einzigen Bewohner eines Strommastens – am unteren Ende des Holzpfahls wohnt Familie Spatz. Sie sind in das Brutkasten-Häuschen einzogen, das Josef Martin aufgehängt hat und fühlen sich dort pudel-, äh, flatterwohl. Die tierische Wohngemeinschaft mit den Störchen im Dachgeschoss und den Spatzen weiter unten klappt prima. Die Untermieter sind das ganze Jahr über in der Nähe, die Bewohner oben ziehen sich immer im Lauf des Augusts oder Septembers zu ihrem Zweitwohnsitz im Süden zurück. Ohne Steuer übrigens.

Erst mal machen aber noch die fünf Teenager im Horst etwas Rabatz und testen ihre Möglichkeiten aus. Zwei der fünf sind schon das erste Mal geflogen, erzählt Josef Martin. Bei den jüngeren Geschwistern ist es auch bald soweit. Wenn der Nachwuchs dann auszieht, genießen die Storcheneltern erst mal noch eine Weile die Ruhe und die schöne Aussicht über Mindersdorf, ehe sie sich auf die Reise zum Winterwohnsitz machen. Aber auch bei Spatzens geht es rund, wenn Nachwuchs da ist. Da beschwert sich immerhin kein gefiederter Nachbar über den anderen. Eine tierisch gute Hausgemeinschaft eben.