Stockach/Hohenfels – Der Abwasserzweckverband Stockacher Aach kommt langsam an seine Kapazitätsgrenzen. Das wurde deutlich, als Gemeinderatsmitglieder aus Hohenfels mit Bürgermeister Florian Zindeler die 1963 gebaute Anlage besichtigten. Die zwischen Espasingen, Bodman und Ludwigshafen gelegene Kläranlage reinigt heute die Abwässer aus Stockach, Bodman-Ludwigshafen, Eigeltingen, Hohenfels, Orsingen-Nenzingen, Sipplingen und dem Radolfzeller Ortsteil Stahringen. Nachdem das Schmutzwasser gereinigt ist, wird es in die Stockacher Aach geleitet und gelangt hierüber in den Bodensee. Hieraus ergibt sich, wie wichtig ein hoher Reinigungsgrad in der Kläranlage ist, die in den vergangenen Jahrzehnten für Millionenbeträge immer wieder nachgerüstet und modernisiert wurde.

Vom Betriebsleiter der Kläranlage und Stockacher Stadtbaumeister, Willi Schirmeister, sowie dem Abwassermeister der Kläranlage, Carsten Bucksch, wurde den Besuchern aus Hohenfels daher auch eindeutig klar gemacht, dass sich die verbandszugehörigen Gemeinden ebenfalls in der Pflicht befinden, ihren Teil zum reibungslosen Funktionieren der Gemeinschaftskläranlage beizutragen. Heute sei es jedoch so, dass zu viel sauberes Wasser in die Kläranlage gelange und diese zu hohe Mengen wiederum zu einer ineffizienten Reinigung führen könne.

Aufgabe der Stunde sei es daher, die Abwassermengen, die der Kläranlage zugeführte werden, zu reduzieren. In Hohenfels, so verdeutlichten die Besucher, werde schon seit dem vergangenen Jahr mit Nachdruck an dieser Schraube gedreht. Die Mischwasserbehandlung und -ableitung ist bereits seit dem Juli vergangenen Jahres ein Dauerthema im Gemeinderat. Trennsysteme vor Ort, wie beispielsweise im Liggersdorfer Neubaugebiet Röschberg II beziehungsweise der Bau von Rückhaltesystemen, sollen dem Ziel dienen, die Abwassermengen kontrollierter an die Gemeinschaftskläranlage abgeben zu können. Dabei will man auch vorhandene Infrastruktureinrichtungen nutzen, wie zum Beispiel alte Kläranlagen, die sich im Gemeindegebiet befinden und in den vergangenen Jahren stillgelegt wurden.

Investitionen sind in allen Ortsteilen der Fünf-Dörfer-Gemeinde erforderlich und so stellte der Gemeinderat im vergangenen September einen Förderantrag für die Gesamtmaßnahme an das Land. Für die Baukostensumme von insgesamt 1,6 Millionen Euro erhofft man sich vom Land einen Zuschuss von 80 Prozent. Nach einer längeren Führung über das Betriebsgelände der Kläranlage Stockacher Aach wurde von den Besuchern aus Hohenfels betont, dass man die Notwendigkeiten erkannt habe und sich der eigenen Verantwortung bewusst sei, um die Kläranlage zu entlasten und damit auch künftig einen Beitrag zur Sauberhaltung des Bodensees zu leisten.

Weites Einzugsgebiet

Das Abwasser aus einem sehr weiten Einzugsgebiet strömt der Gemeindeschaftskläranlage Stockacher Aach zu, die zwischen Ludwigshafen und Bodman gelegen ist. Zum Einzugsbereich gehören die Stadt Stockach sowie die Gemeinden Bodman-Ludwigshafen, Mühlingen, Orsingen-Nenzingen, Eigeltingen und Hohenfels, der Radolfzeller Stadtteil Stahringen sowie die im Bodenseekreis gelegene Gemeinde Sipplingen. Sie bilden einen Abwasserzweckverband. An der Spitze der Verbandsversammlung stehen der Stockacher Bürgermeister Rainer Stolz und der Bürgermeister von Bodman-Ludwigshafen, Matthias Weckbach als stellvertretender Vorsitzender. (ex)