Es ist viel getan worden im vergangenen Jahr im Kinderhaus Bodensee in Mindersdorf – das ist eine der Botschaften der Hauptversammlung des Trägervereins. Trotz rückläufiger Spenden ist ein Bastelraum entstanden, neue Hochbeete sind angelegt worden, in denen die Kinder selbst etwas anpflanzen können, und der ehemalige Schweinstall ist entkernt worden, sodass dieser demnächst zu einer funktionstüchtigen Werkstatt werden kann. Auch für die Zukunft gibt es viele Pläne. So ist unter anderem ein Hühnerstall geplant, damit die Kinder erleben können, woher die Eier kommen. Und im ehemaligen Kuhstall soll ein Gymnastikraum entstehen.

Die Leiterin des Kinderhauses, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Charis Hautzinger, will außerdem eine Möglichkeit für die Betreuung junger Mütter integrieren. Die Vorbereitungen hierfür laufen schon, denn Hautzinger ist der Meinung, dass manche junge Mädchen, wenn sie plötzlich schwanger werden, am besten in eine andere Umgebung kommen, damit sie psychologisch betreut werden können.

Aus dem Rückblick des Vereinsvorsitzenden Martin Hautzinger ging hervor, dass Verwaltung und Organisation des Vereins auf einem guten Weg seien. Auch in der Kasse läuft es laut den einschlägigen Berichten gut. Allerdings wird immer noch ein Schriftführer gesucht – ein Problem, das hoffentlich auf der nächsten Mitgliederversammlung gelöst werden könne. Außerdem wurde berichtet, dass nun die Genehmigung von behördlicher Seite vorliege, acht Kinder für längere Zeit und ein Kind für zwei Wochen bis drei Monate im Kinderhaus unterzubringen. Da es sich in diesem Fall um Inobhutnahme handelt, wie es im Behördendeutsch heißt, ist der Aufenthalt zeitlich begrenzt. Die Auslastung der Räumlichkeiten ist permanent gewährleistet, da nach Abgängen sofort neue Zugänge kommen.

Das Kinderhaus ist seit 2013 ein Zufluchtsort für traumatisierte Kinder. Hier können sie wieder Kind sein und werden unterstützt in der Bewältigung ihrer Traumata. Da sie von fachkundigen Menschen betreut werden, kann man bei einem Besuch feststellen, wie rasch die Kinder Fortschritte machen. Für die Leitung des Hauses ist es aber schwierig, Mitarbeiter zu finden, die noch dazu mit dem Bewusstsein leben müssen, dass die Kinder, wenn sie sieben Jahre alt sind, in eine andere Institution müssen.