Hohenfels Erzbischof Stephan Burger positioniert sich gegen Ehe für alle

Erzbischof Stephan Burger wird beim Skapulierfest in Liggersdorf auch politisch. 24 Gläubige werden in die Bruderschaft aufgenommen.

Ganz im Zeichen der Marienverehrung stand ein festlicher Gottesdienst, den der Freiburger Erzbischof Stephan Burger am Sonntag in der vollbesetzten Pfarrkirche von Liggersdorf hielt. Man feierte in der katholischen Kirche das Fest Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel, das mit dem Skapulierfest verbunden ist.

Für die Liggersdorfer Pfarrkirche ist dieses Fest von ganz besonderer Bedeutung, denn auf dem Altarbild des Hochaltares wird die im 13. Jahrhundert erfolgte Übergabe des Skapuliers durch die Gottesmutter an den ersten Generaloberen der Karmeliter, Simon Stock, dargestellt. Schon seit 1722 gibt es in Hohenfels Mitglieder der weltweiten Skapulierbruderschaft, wobei diese durchaus nicht nur aus Hohenfels stammen, sondern auch aus dem weiterem Umkreis. In diesem Jahr waren es 24 Personen, vom Kind bis zum Erwachsenen, die vom Erzbischof Burger das Skapulier, das ist ein Teil der Ordensbekleidung, umgelegt erhielten. Anschließend trugen sich die neuen Bruderschaftsmitglieder in das auf dem rechten Seitenaltar der Kirche ausgelegte Bruderschaftsbuch ein.

Der gestrige Sonntag stand auch im Zeichen des Fatima-Jubiläums. Vor 100 Jahren war in dem portugiesischen Wallfahrtsort die Gottesmutter zwei Hirtenkindern erschienen, deren Bild deswegen gestern neben einer Statue der Gottesmutter von Fatima auf dem linken Seitenaltar der Liggersdorfer Kirche zu sehen war.

Den Gottesdienst, den der Kirchenchor musikalisch sehr anspruchsvoll gestaltete, zelebrierten gemeinsam der Erzbischof, Ortspfarrer Claus Michelbach sowie der als Subsidiar in der Seelsorgeeinheit Hohenfels tätige Pfarrer i.R. Heinrich Moll und Monsignore Joachim Schrödel aus Kairo. Dieser Geistliche, der schon wiederholt in Hohenfels war, ist Seelsorger der katholischen Christen in Kairo, für die auch die Kollekte bestimmt war. Pfarrer Michelbach begrüßte den Erzbischof herzlich und wies darauf hin, dass dieser schon 2010 nach Hohenfels gekommen war, als er noch kein Bischof war. Offenbar habe es ihm hier so gut gefallen, dass er der in diesem Jahr ausgesprochenen Einladung sofort entsprochen habe.

Eingangs seiner Festpredigt, für die der Erzbischof sogar die Kanzel der Kirche bestieg, betonte dieser mit Blick zum Altarblatt, das Skapulier sei mehr als nur "ein Gegenstand". Von der Muttergottes den Menschen verliehen, führe es direkt zum Tagesevangelium. Christus habe sterbend am Kreuz hängend seine unter dem Kreuz stehende Mutter Maria dem neben ihr stehenden Apostel Johannes anvertraut. Damit habe Jesus "eine neue Familie gegründet", die Familie derer, die an ihn glauben, die Familie, die auch Kirche genannt werde und deren Mutter Maria sei. Eine Mutter habe ein offenes Ohr und ein offenes Herz für ihre Kinder. "Deshalb kommen wir auch voller Vertrauen zu ihr mit unseren Sorgen, unseren Nöten", rief der Bischof aus und setzte hinzu, "und wir erfahren sie als unsere Trösterin und Helferin." So werde Maria zur Mutter all jener, die auch in schweren Zeiten den Glauben nicht über Bord werfen.

Das Skapulier sei ein Aufruf, diese Liebe zu den Mitmenschen zu tragen. Dabei gehe es auch um die Flüchtlingswellen, die gerade wieder an den Ufern Italiens anbranden, stellte der Erzbischof fest und fuhr fort, hierbei handele es sich um "ganz konkrete Menschen, die wir nicht im Stich lassen dürfen, die Europa nicht im Stich lassen darf". Dasselbe gelte für Afrika, wo so viele Menschen vom Hungerstod bedroht sind. Abschließend rief der Erzbischof zu einer "Revolution der Liebe und Barmherzigkeit" auf. Erbarmen müsse Hartherzigkeit ablösen denn nur, so endete Burger in Anlehnung an Worte von Papst Franziskus, "Barmherzigkeit verändert die Welt".

Stephan Burger positionierte sich auch deutlich gegen die Ehe für alle. Es könne nicht angehen, so betonte Burger, "dass eine Ehe für alle leichtfertig propagiert wird." Für die katholische Kirche bleibe die Familie immer noch eine Lebensgemeinschaft von Mann und Frau in Einheit und Treue und ausgerichtet auf Nachkommenschaft. "Davon rücken wir nicht ab!" Die Gläubigen der katholischen Kirche seien ausgerichtet an dem, was in der Schöpfungsordnung grundgelegt sei und was Jesus gelehrt und mit auf den Weg gegeben habe. "Ihm sehen wir uns verpflichtet."


Skapulierbruderschaft

Die Entstehung der Skapulierbruderschaft hängt eng mit dem Karmeliterorden zusammen. Zehn Einsiedler, die sich im 13. Jahrhundert auf dem Berge Karmel niederließen, nannten sich Karmeliter. Später breiteten sie sich in ganz Europa aus. Der erste Ordensgeneral im Abendland war der Engländer Simon Stock. Von Anfang an pflegten die Karmeliter besonders intensiv die Marienverehrung, nicht zuletzt seit die Gottesmutter Simon Stock erschienen war und ihm das Skapulier übergeben hatte. Das führte zur Gründung der Skapulierbruderschaft. (ex)

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