Es war eine virtuelle Reise in ein fremdes, unbekanntes Land – und sie war sehr beeindruckend. Im bis zur vollen Kapazität besetzten Gemeinschaftshaus von Deutwang trug Verena Kästle bei einem Dia- und Videovortrag ihre Eindrücke von ihrer halbjährigen Tätigkeit als Praktikantin in einem Kinderheim am Viktoria-See in Tansania.

Eindrucksvolle Bilder von den Kindern im St. Nikolaushaus zeigten, wie die Kinder im St. Nikolashaus leben und den Tag verbringen. Verena Kästle nahm einen Montag als Beispiel, um zu zeigen, was dort beispielsweise gegessen wird oder wie der Alltag abläuft. Dass das Leben sich dort in ganz anderen Bahnen bewegt als bei uns, machte sie auch sehr deutlich.

42 Kinder wohnen in dem Haus

Sie sprach über die Entwicklung des Heims, das vor einigen Jahren unter deutscher Leitung entstand und in geringer Weise von der katholischen Diozöse unterstützt wird. Ansonsten wird alles über Spenden finanziert. Das Heim beherbergt 42 Kinder.

Viele sind Waisen, manche von ihnen waren einfach irgendwo ausgesetzt worden, hatten aber zumindest das Glück, lebend gefunden zu werden. Andere Kinder sind geistig oder körperlich behindert. Bei manchen Heimbewohnern sind die Eltern einfach nicht in der Lage, sich um sie zu kümmern.

Wenn Eltern ihre Kinder aussetzen

Verena Kästle schilderte sehr eindrücklich wie herzlich sie von den Afrikanern aufgenommen wurde und sie sich deshalb auch bemühte, schnell die Sprache Kiswaheli zu lernen, was ihr recht gut gelang.

Verena Kästle aus Deutwang verbrachte ein halbes Jahr als Praktikantin im St. Nikolashaus am Viktoria-See in Tansania. Bild: Jan Riebesehl
Verena Kästle aus Deutwang verbrachte ein halbes Jahr als Praktikantin im St. Nikolashaus am Viktoria-See in Tansania. | Bild: Jan Riebesehl

Sie zeigte den Zuhörern auch, wie die Menschen in der Umgebung des Heims leben. Stromausfälle seien an der Tagesordnung und der Zugang zu sauberem Trinkwasser für die meisten Menschen nicht selbstverständlich. Duschen im St. Nikolashaus ist nur mit kaltem Wasser möglich und ein gewisser Luxus, wohingegen sich die Eingeborenen nur mit einem Eimer waschen.

Kästle betonte am Ende des Vortrags, dass sie bald wieder im Rahmen ihres Studiums der Sozialwissenschaft ein weiteres Praktikum in Tansania machen werde.