Hoch her ging es bei der Informationsveranstaltung und Diskussionsrunde zu einem möglichen Funkmasten, der in Kooperation mit der Telekom in Hohenfels aufgestellt werden soll. Das Ergebnis der hitzigen Diskussion war, dass einige Bewohner nun eine Bürgerinitiative gründen wollen. Viele Bürger sind gegen einen Funkmasten.

Die Gemeinde Hohenfels hatte am Mittwoch vor der öffentlichen Gemeinderatssitzung zu dieser Zusammenkunft eingeladen. Die Telekom hatte vorgeschlagen, eine Mobilfunk-Antenne auf einem der öffentlichen Gebäude im Zentrum von Liggersdorf zu errichten. Dabei war etwa an das Rathaus selbst oder das Feuerwehrhaus gedacht, auch die Hohenfelshalle wurde in Betracht gezogen. Die Telekom bat die Gemeinde, die Öffentlichkeit vorerst nicht zu informieren, was die Gemeinde jedoch abgelehnt hatte.

Der Sitzungsaal war voll, dies zeigte das große Interesse am Thema. Der Referent der Telekom, Klaus Haupt, erklärte, dass die Gemeinde Hohenfels für den Mobilfunk der Telekom eine weiße Fläche in deren Netzwerk sei und es gelte, diese Lücke zu schließen. Er unterstrich, dass er der Kommunalbeauftragte für die Gegend sei und die Telekom unter politischem Druck stehe, den Versorgungsauftrag für ein digitalisiertes Deutschland zu erfüllen. Weitere 230 Kommunen hätten die Telekom angeschrieben, um Kooperationsanträge zu stellen. In seiner Präsentation wies er darauf hin, dass die Grenzwerte bei den Funkmasten deutlich unterschritten würden und daher nur geringe negative Auswirkungen der Strahlung zu erwarten sei. Die Antenne werde nur das bewohnte Kerngebiet von Liggersdorf abdecken.

Die vielen Zuhörer hörten sich den Vortrag ruhig bis zu Ende an, doch danach äußerten viele deutliche Ablehnung. Eine Frau, die durch Elektrosmog gesundheitlich geschädigt ist, erzählte ihre Leidensgeschichte und verwies auf diverse Studien und Publikationen zum Thema Strahlenschädigung. Viele Zuhörer äußerten Unverständnis darüber, weshalb man plane, einen Funkmast mitten im Ort aufzustellen, wo sich Kinderkrippe, Kindergarten und Grundschule befänden.

Der Aussage, dass die Grenzwerte unterschritten würden, setzten etliche Zuhörer entgegen, dass die Grenzwerte in der Schweiz und anderen europäischen Ländern ohnehin niedriger seien als in Deutschland. Gemeinderat Karl Schmid ergänzte hierzu: "Die thermischen Grenzwerte wurden gemessen, aber die athermischen werden nicht erwähnt!"

Andere Zuhörer warfen ein, dass sie bei ihrem Einzug in Hohenfels von der Telekom zu O 2 beziehungsweise Vodafone gewechselt hätten, weil die Telekom die Gemeinde seinerzeit als wirtschaftlich uninteressant angesehen hätte. Sie seien nun ganz zufrieden mit ihrem gegenwärtigen Anbieter, die Notwendigkeit eines strahlenden Funkmastes der Telekom scheine ihnen daher abwegig. Dieser wäre ohnehin auf das Kerngebiet von Liggersdorf beschränkt, kein anderer Anbieter könne den Mast nutzen.

Am Ende der Diskussion kristallisierte sich der Wille heraus, eine Bürgerinitiative zu gründen, die sich zur Aufgabe mache, dafür zu sorgen, dass "Hohenfels eine strahlungsarme Gemeinde" bleibe. Dies könne möglicherweise die Gemeinde noch attraktiver machen, als die Möglichkeit, per Mobiltelefon im Ortskern über die Telekom zu telefonieren. Mit dem Einzug der Breitbandversorgung hätte sowieso jeder Haushalt, der es möchte, eine stabile Internetversorgung. In der Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, zu diesem Thema eine schriftliche Bürgerbefragung zu starten und das Ergebnis anschließend der Telekom zukommen zu lassen.

Kommunikation

Der Informationsabend am Mittwoch im Rathaus zu den Funkmast-Plänen der Telekom war der zweite innerhalb einer Woche zum Themenfeld Telekommunikation und Internet. In der vergangenen Woche ging es an einem Abend in der Hohenfelshalle um den Ausbau des Glasfasernetzes, um dessen aktuellen Stand und darum, wie die Antragsstellung für die Bürger funktioniert, die einen Anschluss wünschen. Der Glasfaserausbau läuft und die Tiefbauarbeiten sollen bis Ende Juni abgeschlossen sein.