Stockach Deutwanger Kirchengemeinde feiert temperamentvollen Mönch

Die Deutwanger Gläubigen begehen in ihrer Dorfkirche das Patrozinium. Ihr heiliger Gallus übrigens war ein ziemlicher Heißsporn.

Am Sonntag feiern die Deutwanger Gläubigen in der Dorfkirche das Patrozinium zu Ehren des heiligen Gallus. Die Festmesse am Sonntag, 15. Oktober, beginnt um 10.30 Uhr.

Der im Jahr 641 in Arbon verstorbene Geistliche wird 1698 erstmals als Patron der Deutwanger Kirche genannt. Gallus hatte es zu angang alles andere als leicht mit den alemannen. Seine irischen Landsleute und die Mitschüler im englischen Kloster Bangor in Nordwales nannten ihn "Caillech". Zum Priester geweiht, folgte er seinem Lehrer Kolumban auf das europäische Festland und wurde nun von den Galliern "Gallus" geheißen. In der Nähe vom Zürichsee begann seine missionarische Arbeit bei den Alemannen. Als er aber gewahrte, dass sie nach wie vor in den Wäldern Ochsen und Pferde zu Ehren der Götter abschlachteten, riss ihn sein Ungestüm dahin: er legte Feuer an den "Heiligen Kain" der Alemannen und warf die Opfergaben in den See. Das kam nicht gut an. Die beleidigten Alemannen schworen Rache, so dass Gallus und Kolumban an das Südufer des Bodensees nach Arbon flüchteten, so die Überlieferung.

Mehr Erfolg hatte Gallus dann in Bregenz und Arbon. Nach der harten Arbeit auf den kargen Äckern in der Wildnis wanderte der entschlossene Mönch durch die Höfe von Appenzell und Toggenburg und verkündete das Evangelium. Die "Galluszelle" war der äußerste Vorposten des Bistums Konstanz, mit dem der Mönch in steter Verbindung stand. Volk und Klerus von Konstanz wollten den Mann, der "Schlangen und böse Geister" vertrieben hatte und dem die "Waldbären gehorchten" zum Oberhirten. Er aber lehnte die Abtswürde ab und blieb an den Ufern der Steinach, wo er sich als Einsiedler niedergelassen hatte.

Im hohen Alter predigte er noch in Arbon, wo er am 16. Oktober 641 starb. Sein Leichnam wurde in der Kapelle seiner Einsiedelei beigesetzt, die nun zum Mittelpunkt der christlichen Glaubenslehre in der Ostschweiz wurde. Über seinem Grab erhob sich Jahrhunderte später das Kloster Sankt Gallen.

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