Gut 25 Interessierte kamen zu dem Infoabend im Gemeinschaftshaus Kalkofen, bei dem es um die Zusammenlegung der Bebauungspläne Josenberg, Kratellen I und Kratellen II ging. Helmut Hornstein vom Planungsbüro Hornstein in Überlingen erläuterte, warum ein neuer Bebauungsplan notwendig geworden ist: Die ursprünglichen Pläne stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren.

Für viele der Anwohner in den drei Wohngebieten, die inzwischen als eine Einheit gesehen werden, hat sich die Lebenssituation geändert. Während früher meistens Familien mit Kindern sich den Traum vom eigenen Heim verwirklichten, sind die Kinder inzwischen erwachsen und vielleicht ausgezogen oder haben eigene Familien gegründet. Auch die Erwartungen an den Wohnraum haben sich geändert. So gibt es etliche Anwohner, die gern ihr Haus verändern möchten und vielleicht so mehr Wohnraum schaffen würden, aber durch die alten Bebauungspläne daran gehindert werden.

Hornsteins Vorschlag geht dahin, dass die ehemals drei Wohngebiete jetzt einen einheitlichen Plan erhalten. So wird das komplette Gebiet dann zu Josenberg-Kratellen. Außerdem soll es in Zukunft möglich sein, in allen Häusern zwei fast gleichwertige Wohnungen zu einzurichten. Hierzu soll eine einheitliche Dachneigung festgelegt werden, die es erlaubt, das Dachgeschoss zu ordentlichen Wohnungen mit einer Deckenhöhe von 2,30 Metern auszubauen. An diesem Punkt wurde länger diskutiert, weil einige Anwesenden statt der vorgeschlagenen 38 Grad einen Neigungswinkel von 45 Grad vorzogen. Da aber die maximale Wandhöhe auf vier Meter erhöht werden soll, ergäbe sich bei mehr als 38 ein Gebäudeklotz. Daher blieb es letztendlich bei einer Neigung von 38 Grad.

Sowohl Bürgermeister Florian Zindeler als auch Helmut Hornstein betonten auf Fragen der Anwesenden, dass dieser neue Bebauungsplan keinen Zwang für Veränderung bedeute und dass Bestandschutz gelte. Es werde nun lediglich den Anwohnern die Möglichkeit gegeben, Änderungen vorzunehmen, wenn sie dies möchten. Dies wurde auch anschließend in lockerer Runde wohlwollend aufgenommen.

Bereits in der Gemeinderatssitzung im Februar waren die drei Bebauungspläne ein Thema. Es deute sich ein Generationenwechsel an, erklärte Bürgermeister Florian Zindeler damals. Dies zeigten mehrere Bauvoranfragen, die der Gemeinde zu dem Zeitpunkt vorlagen. Deshalb brachte das Gremium die Zusammenlegung der drei Bebauungspläne zu einem auf den Weg und entschied, ein Angebot bei einem Planungsbüro einzuholen. In den vergangenen Monaten entwickelte sich nun alles bis zu diesem Infoabend, bei dem der Inhalt des künftigen Bebauungsplans Josenberg-Kratellen Thema war.