Wie kann ein verantwortlicher Umgang mit dem Mobilfunk aussehen? Dieser Frage ging ein Vortrag von Jörn Gutbier vom Verein Diagnose-Funk am Samstagabend in der fast vollbesetzten Hohenfelshalle in Liggersdorf nach.

Der bundesweit arbeitende Verein nennt sich "Umwelt- und Verbraucherorganisation zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung", hinterfragt kritisch, welche Gesundheitsgefahren durch Straheln bei Handy-und auch WLAN-Nutzung entstehen und informiert über Forschungsergebnisse. Organisiert hatte den Abend die "Bürgerinitiative zum Schutz unserer strahlungsarmen Gemeinde".

Referent beruft sich auf das Umweltbundesamt

Gutbier wies er auf eine Publikation des Umweltbundesamts hin: "Späte Lehren aus frühen Warnungen". Diese mache deutlich, dass die Menschen es in den meisten Fällen noch immer nicht verstanden hätten, die Technik sinnvoll zu nutzen, so Gutbier. Nach anfänglicher Skepsis, als die ersten Mobilfunkgeräte auf den Markt kamen und auf mögliche Strahlungsschäden hingewiesen und davor gewarnt wurde, seien inzwischen der Nutzen und die Vorteile des Mobilfunks in den Vordergrund getreten.

Mögliche gesundheitliche Schäden seien negiert oder nicht weiter erforscht worden. Auch seien nachweislich etliche Studien, die auf den negativen Einfluss von künstlichen beziehungsweise technischen Strahlungen hinwiesen, bewusst unterdrückt worden, so Jörn Gutbier.

Strahlenbelastung als Krebsrisiko

Gutbier verwies darauf, dass es gesundheitliche Risiken durch Strahlenbelastung gebe und stellte den Bezug zu Erkrankungen der Schilddrüse, Hirntumore, Unfruchtbarkeit und Hodenkrebs dar. Mobilfunk-Unternehmen wollten ein flächendeckendes Netz von Mobilfunkmasten erwirken. Dies geschehe im Hinblick auf das neue 5-G-System und unter dem Vorwand, dass eine bessere Mobilfunkqualität in den Privathäusern erreicht werden solle.

Gutbier erklärte jedoch, da in Hohenfels schon ein Mobilfunkmast stehe, würde dieser ausreichen. Der Breitbandausbau des Glasfasernetzes werde sowieso in den Häusern das Telefonieren mit dem Handy verbessern, und wem dies nicht reiche, der könne sich eine kleine Antenne zulegen, die bei minimaler Strahlung eine noch größere Reichweite habe. Obendrein gebe es zu bedenken, dass ein Handy nur strahlt, wenn es eingeschaltet ist, wogegen ein Mobilfunkmast 24 Stunden pro Tag, 365 Tage lang stetig nicht-ionisierende Strahlen ausschicke.

Lebhafte Diskussion

Es entwickelte sich eine sehr lebhafte Diskussions- und Fragestunde bis in den späten Abend. Wie kann die Installation eines weiteren Mobilfunkmastes verhindert werden? – das war eines der zentralen Themen.

Die Zuhörer in der fast vollbesetzten Hohenfelshalle wurden von Jörn Gutbier sehr umfassend und eingehend informiert, hatten jedoch am Ende des Vortrags noch viele Fragen. Insbesondere dazu, wie man die Installation eines weiteren Mobilfunkmastes verhindern könne. Hierzu gab der Referent zu bedenken, dass man als einzelner Bürger eigentlich nichts tun könne, es sei nur möglich, über die Gemeinde etwas dagegen zu tun.

Kritik an WLAN für Schulen

Auf die Frage einer Mutter, wie sie die ausufernde Handy-Nutzung ihrer Kinder eindämmen könne, gab es keine einfache Antwort, außer dass Überzeugungsarbeit geleistet werden müsse, denn Verbote hülfen meist wenig.

Auch die Notwendigkeit der flächendeckenden W-Lanisierung von Schulen wurde in Frage gestellt. Gutbier rechnete vor, welche Menge an Strahlung bei einer Klasse von circa 20 Schülern mit 20 Tablets und dem WLAN erzeugt werde. Insbesondere sei zu überlegen, inwieweit die Kinder solchen Strahlungen ausgesetzt sein sollen, wenn schon jetzt wissenschaftliche Studien zeigen würden, wie die Nutzung elektronischer Medien auf Dauer die Lernleistung schwäche.