Die geplante Erweiterung des Baugebiets Josenberg-Kratellen in Kalkofen hat in der letzten Sitzung des Hohenfelser Gemeinderats im Jahr 2019 für Aufregung gesorgt. Laut Vorschlag der Gemeindeverwaltung sollte das Baugebiet erweitert werden, wofür die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans notwendig wäre. Dieser soll nach Paragraf 13b des Baugesetzbuches im beschleunigten Verfahren erstellt werden – eine Möglichkeit, die nur noch bis zum 31. Dezember besteht. Es ist vorgesehen, anschließend an das bebaute Gebiet etwa 1,9 Hektar zur Bebauung zu entwickeln. Das beschleunigte Verfahren gilt zwar nur für Flächen, die kleiner als ein Hektar sind. Wie in früheren Beratungen zur Sprache kam, soll die versiegelte Fläche in dem geplanten Baugebiet aber im zugelassenen Maß bleiben.

Der Vorschlag erregte die Gemüter von Anwohnern, die alle Plätze im Zuschauerraum eingenommen hatten. Während der Bürgerfrageviertelstunde wurden ihre Bedenken und Vorbehalte erörtert. Die Argumente der etwa fünfzehn anwesenden Anwohner waren schwerpunktmäßig, dass erst kurz vor der Sitzung bekannt geworden sei, dass überhaupt ein Bebauungsplan vorgesehen ist. Scheinbar waren alle Anwohnern beim Kauf ihrer Immobilie, der zum Teil etwa vierzig Jahre zurückliegt, überzeugt, dass am Josenberg nie weiter gebaut werden würde.

So fühlen sich die Bürger von den Entscheidungsträgern bewusst ausgeschlossen. Des weiteren sorgte für großes Unverständnis, dass der Gemeinderat beschlossen hat, den Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren aufzustellen, das weniger strenge Auflagen bereithält als das vollständige Verfahren. Der Beschluss für die Aufstellung des Bebauungsplans wurde indes erst am Ende der Sitzung gefasst. Dabei wurde auch klar gemacht, dass eine Informationsveranstaltung für den Ortsteil im neuen Jahr abgehalten werde. Außerdem werden die öffentlichen Belange später berücksichtigt.

Gleichzeitig kündigten unter anderem Eva Schroff und Christian Herrmann die Gründung einer Bürgerinitiative an, denn aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Wald gebe es dort ein reges Wildleben und offenbar haben auch streng geschützte Arten dort ihren Lebensraum. Außerdem wiesen die Anwohner darauf hin, dass der Untergrund des Josenbergs kieshaltig sei und der Berg sich bewege. Daher hätten bereits einige Bauwerke Spannungen und Risse. Ein weiteres Problem seien Risse und Spalten im Erdreich, die von Spaziergängern wahrgenommen wurden.

Bei der Diskussion in der Sitzung wurde vorgetragen, dass man zur Zeit der Enstehung des Gebiets Josenberg-Kratellen die Entwicklung noch nicht habe voraussehen können. Außerdem sind Wünsche aus allen Teilorten von Hohenfels geäußert worden, dass die Entwicklung von Baugebieten sich nicht auf Liggersdorf beschränken soll, sondern auch in den anderen Dörfern Baugebiete entstehen sollten. Ob die Aufstellung noch weiter verfolgt wird, steht derzeit noch nicht fest. Bei einer Ortsteilversammlung werden noch Bedenken und Einwendungen gehört. 

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