Der Gemeinderat hat über das Thema Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) beraten. Denn die Gemeinde hat es sich zum Ziel gesetzt, künftig einen nicht unerheblichen Teil der Gemarkungsflächen für den Ausbau erneuerbarer Energien, also auch Solarenergie, bereitzustellen. Ziel ist es, möglichen zukünftigen Investoren einen Anforderungskatalog vorlegen zu können. Um diesen vorzubereiten, trat die Hohenfelser Gemeindeverwaltung an ihre Räte mit dem Wunsch heran, zu definieren, wie denn in der Zukunft der Umgang mit Flächenphotovoltaikanlagen in aussehen könnte oder sollte.

Seit seiner Überarbeitung im Jahr 2020 gibt das Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg (KSG BW) ein Flächenziel für den Ausbau von erneuerbaren Energien aus: Zwei Prozent der Freiflächen sollen für PV-Anlagen und Windkraftanlagen definiert werden. Der Hohenfelser Gemeindeverwaltung ist klar, dass die Einrichtung von mehr und größeren PV-Anlagen zeitraubende Verfahren, wie beispielsweise Bebauungsplanverfahren oder eine Änderung des Flächennutzungsplans nach sich ziehen.

Welche Flächen kommen in Frage?

Man müsse bedenken, dass jedes einzelne Projekt in etwa bis zu drei Jahre in Anspruch nehmen könnte, sagte Bürgermeister Florian Zindeler. Auch werde der Prozess sicherlich personelle Kapazitäten in der Gemeindeverwaltung in Anspruch nehmen.

Zindeler wies darauf hin, dass, denke man über die Installation weiterer PV-Anlagen nach, sowohl die finanziellen Aspekte als auch die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung und die Auswirkungen auf die Landwirtschaft durch Flächeninanspruchnahme betrachtet werden müssten. Denn PV-Anlagen seien auf jeden Fall ein Eingriff ins Landschaftsbild. Der Bürgermeister wollte von seinen Räten wissen, wie viel Fläche sie gerne definieren würden und was ihnen sonst noch wichtig wäre.

Karl Schmid (FUW) sagte: „Die Bewirtschaftbarkeit der Flächen muss geprüft werden. Denn wir haben durch Wohnungsbau in der Gemeinde ohnehin einen großen Abgang von Flächen für die Landwirtschaft.“ Außerdem bat Karl Schmid darum, PV-Anlagen auch auf bereits versiegelte Flächen zu bauen, und auch auf Flächen, die gerade am Entstehen sind. Hierzu sagte Bürgermeister Zindeler: „Es können alle Flächen in Betracht kommen, um das Ziel der zwei Prozent – das wären 60 Hektar in der Gemeinde Hohenfels – zu erreichen.“

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Morten Adrian Wagner (FUW) wollte wissen, inwiefern solche PV-Anlagen mit der Biotopverbundplanung einher gingen, worauf Florian Zindeler antwortete, dass PV-Anlagen durchaus einen positiven Effekt haben könnten, denn man könne damit Korridore für Kriechtiere bieten. Günter Leute (BLH) stellte einen Vergleich mit Biogasanlagen an. Er erklärte, dass PV-Anlagen viel effizienter seien und einen enormen Mehrwert darstellten.

Er sagte: „In 18-20 Jahren sollten wir autark sein. Und meiner Meinung nach sind diese alternativen Energien das, was wir vorantreiben müssen, wenn wir uns nicht weiterhin von korrupten Staaten abhängig machen wollen.“

Die Meinungen und Fragen der Räte zum Thema PV-Anlagen waren so vielfältig, dass Bürgermeister Florian Zindeler als Quintessenz zusammenfasste, dass Hohenfels sich in naher Zukunft einen Experten holen müsse, der Genaueres zu dem Thema erklärt.