Rund um den Stamm, knapp über dem Boden, zieht sich eine Reihe Löcher, die da nicht hingehört. Der Birnbaum an der Streuobstwiese am Burgenweg in Binningen ist vermutlich 150 Jahre alt, sagen die Besitzer Margit und Wilfred Rösch. Doch diese Schäden sind neu – und offensichtlich von Menschenhand. Ein Unbekannter hat in mindestens zwei Fällen mehrere Löcher in den Birnbaum gebohrt, die Polizei ermittelt. „Wir finden das schon ein bisschen dreist“, drückt Wilfred Rösch es noch diplomatisch aus. Der Nachbarbaum eines anderen Besitzers sei sogar stärker betroffen, da sei nochmal gebohrt worden.

20 Löcher mit zwei Zentimetern Durchmesser und einem Zentimeter Tiefe

Wilfred Rösch weiß, wovon er spricht: Er war Kreisfachberater für Streuobstwiesen, wie er berichtet, und sei Mitglied in einem Verein für Streuobstwiesen. Deshalb habe er sofort bemerkt, dass mit seinem Baum etwas nicht stimmt, als er nach benachbarten und frisch gepflanzten Bäumchen sehen wollte: Mehrere Löcher prangten im alten Birnaum, am Boden lagen noch Späne. „Da muss sich jemand hingekniet haben“, vermutet er. Denn man müsse genau hinsehen, um 20 Löcher mit einem Durchmesser von zwei Zentimetern und einer Tiefe von einem Zentimeter festzustellen. Am Nachbarbaum seien es 30 Löcher gewesen.

Holzspäne zeigen am Fuß des Baums, wo gebohrt wurde.
Holzspäne zeigen am Fuß des Baums, wo gebohrt wurde. | Bild: Margit Rösch

Dem Kulturgut tut das nicht gut

Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung, denn Wilfred Rösch hat Anzeige erstattet. Streuobstwiesen seien auch ein kulturelles Erbe, findet der Baumbesitzer, denn früher hätten die Bäume am Wegesrand traditionell ein Vesper geboten. Regelmäßig pflege er mit seiner Frau dieses Kulturgut, nun habe es jemand mutwillig beschädigt. Den Baum bringe das nicht zu Fall, hofft Rösch. „Doch es hat ihm sicher nicht gut getan.“

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Polizei ermittelt – und gibt einen Tipp

Fünf Wochen nach der Anzeige fehlt noch eine heiße Spur zum Täter. Das Polizeipräsidium Konstanz bestätigt die Ermittlungen. Pressesprecher Herbert Storz rät dem Ehepaar Rösch zu einer Wildkamera. Darüber denkt der Besitzer des anderen Baums laut dem Ehepaar Rösch bereits nach, um Streuobstbäume vor künftigen Bohraktionen zu schützen.

Der Birnbaum ist rund 150 Jahre alt, sagen die Besitzer.
Der Birnbaum ist rund 150 Jahre alt, sagen die Besitzer. | Bild: Margit Rösch
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