Die Kommunen Hilzingen, Gailingen, Tengen und Volkertshausen sollen Kinder und Jugendliche an Planungen und Vorhaben, die deren Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligen und dafür geeignete Beteiligungsverfahren entwickeln. Dies ist in der Gemeindeordnung verankert. Städte und große Kommunen verfügen im Allgemeinen über die notwendigen Fachleute für die Jugendarbeit. Dass auch dort die jungen Leute Gehör finden und die Möglichkeit haben, ihren Heimatort mitgestalten zu können, dafür sorgt gerade das im Rahmen des Ideenwettbewerbs des Landes Baden-Württemberg „Gemeinsam Schaffen“ geförderte Projekt „Jugendliche und Erwachsene miteinander in Dialog bringen“. Der Verein Integrierte ländliche Entwicklung (ILE) Bodensee setzt es in Gailingen, Hilzingen, Tengen und Volkertshausen um.

Mehrere Partner an Bord

Entwickelt wurde das Programm gemeinsam mit dem Kreisjugendring Konstanz und dem Kreisjugendreferat des Landkreises Konstanz. Ziel ist ein dauerhafter Dialog zwischen Kommunalpolitikern und Jugendlichen und die Entwicklung installierter Formen der Jugendbeteiligung. Es gilt, ein auf die jeweilige Gemeinde und ihre Gegebenheiten passgenaues langfristiges Beteiligungsformat zu erarbeiten. Begleitet werden die jungen Leute dabei von dem Kommunalberater für Jugendbeteiligung, Udo Wenzl.

Ihre Ideen für einen vielleicht von den Jugendlichen selbst gebauten Mountainbike-Trail konkretisierten in der Christlichen Schule in ...
Ihre Ideen für einen vielleicht von den Jugendlichen selbst gebauten Mountainbike-Trail konkretisierten in der Christlichen Schule in Hilzingen Joshua Paffen, Noah Stiele, Silas Reich und Maximilian Wendlandt | Bild: Ingeborg Meier

Entsprechend sind auch die Ansätze in den vier Teilnehmer-Gemeinden verschieden. In Volkertshausen werden die Ergebnisse verschiedener Workshops in die Zukunftswerkstatt einfließen. In Hilzingen sind die Peter-Thumb-Gemeinschaftsschule und die Christliche Schule im Hegau (CSH) die Hauptakteure. Sie haben in Online- und Präsenzveranstaltungen nach Themen und Ideen gesucht. Vergangene Woche waren dann in der CSH rund 60 Schüler damit beschäftigt, diese zu konkretisieren. In der Peter-Thumb-Schule machten sich im Rahmen einer Pausenhof-Aktion annähernd ebenfalls so viele junge Leute an die Arbeit. Die Ergebnisse werden in Kürze dem Gemeinderat präsentiert.

Die Vorstellung im Gemeinderat findet Hilzingens Bürgermeister Holger Mayer wichtig: „Damit nichts in das Leere läuft. Damit die jungen Leute auch konkret sehen: Wir werden ernstgenommen.“ Dem 30-jährigen Ortsoberhaupt ist es sehr wichtig, dass ein Weg gefunden wurde, das Thema Jugendbeteiligung in Hilzingen – wie er sagt – endlich auf die Agenda zu bringen. Auch die Leiterin der CSH Sieglinde Unger unterstützte von Anfang an das Projekt: „Ich finde es großartig, wenn wir Schulen zusammen etwas bewegen.“

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In Gailingen gibt es keine weiterführenden Schulen, aber viele rege Vereine mit Jugendarbeit. Hier sind sie die Multiplikatoren. Nur drei der 20 Kinder und Jugendlichen auf dem in der vergangenen Woche stattgefundenen Jugendforum waren keine Mitglieder in einem Verein oder bei den Blaulicht- und Hilfsorganisationen. Bürgermeister Thomas Auer hofft, das Forum dauerhaft installieren zu können. Darüber hinaus sollen Jugendliche mit dem Jugendarbeitsausschuss des Gemeinderats die anstehenden Themen angehen. In Tengen soll es bald ebenfalls ein Jugendforum geben. Darüber hinaus haben dort die Jugendlichen bereits die Bildung eines Jugendgemeinderats ins Gespräch gebracht.