Ingeborg Meier

Die geplante Festlegung eines Standorts für einen Waldkindergarten und die Beauftragung der Johanniter-Unfallhilfe als Träger dieser Einrichtung hat während der jüngsten Gemeinderatssitzung in Hilzingen einen Rückschlag erfahren. Zwar stand das Projekt bereits auf der Tagesordnung, wider Erwarten ruderte der Gemeinderat dann aber ein ganzes Stück zurück: Sigmar Schnutenhaus (FDP) bemängelte, dass der Rat weder Zahlen zum derzeitigen Bedarf an weiteren regulären Kindergartenplätzen kenne, zudem gebe es keine Bedarfsanalyse für einen Waldkindergarten.

Eine Antwort blieb die Gemeindeverwaltung in der Sitzung schuldig. Die Daten sollen dem Rat nachgeliefert werden, lautete die Antwort von der Verwaltung.

Das könnte Sie auch interessieren

Damit wird es wohl Frühjahr, bis die Planungen in Sachen Waldkindergarten weitergehen können. Um verlässliche Zahlen zu bekommen, müsse zunächst der Kindergartenbedarfsplan fortgeschrieben werden. Dies wird Hilzingens gerade neu eingestellter Kindergartenbeauftragte Alexander Frankenhauser machen. Bis dahin wisse man dann auch, wieviel Plätze im neu eröffneten Kindergarten St. Mauritius in Weiterdingen noch vakant sind.

Sigmar Schnutenhaus (FDP) bemängelt, dass der Rat weder Zahlen zum derzeitigen Bedarf an weiteren regulären Kindergartenplätzen kenne, ...
Sigmar Schnutenhaus (FDP) bemängelt, dass der Rat weder Zahlen zum derzeitigen Bedarf an weiteren regulären Kindergartenplätzen kenne, zudem gebe es keine Bedarfsanalyse für einen Waldkindergarten. | Bild: Christel Rossner

Eines ist aber schon jetzt klar: Gibt es einen Waldkindergarten, dann wird er sicherlich nicht – wie von Gemeinde-, Forstverwaltung und den Johannitern derzeit präferiert – in Schlatt am Randen beheimatet. Diesen dezentralen Standort lehnte das Gremium mehr oder minder geschlossen ab. Am meisten Bedarf bestehe in Hilzingens einwohnerreichstem Teilort, im Kernort, verdeutlichte Steffen van Wambeke (CDU).

Michael Jäckle (Freie Wähler) kritisiert, dass mit einer U3-Waldspielgruppe der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz nur formal gewahrt ...
Michael Jäckle (Freie Wähler) kritisiert, dass mit einer U3-Waldspielgruppe der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz nur formal gewahrt werde. Geholfen werde berufstätigen Eltern damit nicht. | Bild: Michael Jäckle

Michael Jäckle führte als Entfernung Schlatt-Hilzingen neun Kilometer an. Auch müssten die Kleinkinder vom nächstgelegenen Parkplatz sechshundert Meter zum Wald laufen – das sei nicht praktikabel, so der Ratsvertreter der Freien Wähler.

Spielgruppe wäre nicht der große Wurf

Darüber hinaus kritisierte er, dass mit einer U3-Waldspielgruppe der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz nur formal gewahrt werde. Geholfen werde berufstätigen Eltern damit nicht. Bei einer maximalen Öffnungszeit von 15 Wochenstunden könnten die Eltern nach Abzug der Fahrzeit täglich gerade nur noch eineinhalb Stunden arbeiten.