Herr Mayer, Sie gehören wohl zu den wenigen neuen Bürgermeistern, die unter den besonderen Corona-Umständen das Amt angetreten haben. Wie bewerten Sie das?

Ich freue mich sehr auf das Amt und die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und dem Gemeinderat. Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie hat sich die Themenlage verschoben. In dieser schwierigen Ausnahmesituation möchte ich für die Bürgerinnen und Bürger da sein. Wir müssen alle an einem Strang ziehen und verantwortungsbewusst handeln.

Trübt es Ihre Freude, dass die neue Aufgabe unter solchen Umständen beginnt?

Ganz und gar nicht. Ich bin ein sehr positiver Mensch und freue mich trotz der widrigen Umstände auf die bevorstehenden Herausforderungen. Ich habe immer betont, dass ich Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde Hilzingen übernehmen möchte. Genau das ist gefragt in dieser Ausnahmezeit. Auch blicke ich optimistisch in die Zukunft – es wird eine Welt nach Corona geben. Vielleicht werden wir uns wundern, wie sehr die Gesellschaft nach der Krise zusammenrückt.

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Wie hat das Rathaus-Team Sie aufgenommen, wenn auch mit verordneten gebührendem Abstand?

Der Empfang im Rathaus war überaus herzlich. Die Amtsleiter haben mich, unter Einhaltung des gebührenden Abstands, mit einem symbolischen Hefezopf-Schlüssel und der Ernennungsurkunde begrüßt. Bei meiner anschließenden Tour durch das Rathaus habe ich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herzlich begrüßt – natürlich nicht mit Handschlag, sondern mit einem netten Lächeln.

Sie sind durch Ihren intensiven Wahlkampf bereits in Kontakt mit vielen Bürgern und Vereinen getreten. Wie sehr freuen Sie sich, dass Sie als Gemeindechef den Menschen wieder begegnen?

Hilzingen lebt! Das haben mir die vielen Gespräche und spannenden Begegnungen des Wahlkampfes gezeigt. Ich bin immer noch beeindruckt, wie offen und herzlich die Bürgerinnen und Bürger mir begegnet sind. Umso mehr freue ich mich, dass ich diesen Dialog als Gemeindechef weiterführen darf. Wir ticken gleich.

Wie ist das Verhältnis zu Ihrem Vorgänger Rupert Metzler. Hat er Sie bei der Einarbeitung unterstützt?

Mein Verhältnis zu Rupert Metzler ist sehr gut. Er hat mir eine reibungslose Übergabe im Rathaus ermöglicht. Ich wünsche ihm für die Zukunft alles Gute!

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Wird die abgesagte öffentliche Verabschiedung von Rupert Metzler nachgeholt?

Die Verabschiedung von Rupert Metzler wird auf jeden Fall nachgeholt. Wann die Verabschiedung stattfinden kann, bleibt aufgrund der aktuellen Situation offen.

Welche Themen wollen Sie zuerst angehen? Und können besonders dringliche Aufgaben schnell gelöst werden?

Wir haben in der Gemeinde Hilzingen einen großen Stapel an Themen, die wir zügig voranbringen müssen. Als Beispiel möchte ich die Ortskern-Sanierung anführen. Hier bin ich besonders gefordert, mich schnell in die Projekte einzuarbeiten und mit dem Rat Entscheidungen zu treffen. Besonders dringlich ist aktuell die Corona-Krise, das Krisenmanagement hat erst einmal oberste Priorität.

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Abriss oder Erhalt der Schlosspark-Mauer – ein kontrovers diskutierter Aufreger in Hilzingen. Initiatoren wollen einen Bürgerentscheid. Wie stehen Sie dazu?

Bereits im Wahlkampf stellte ich fest, dass die Schlosspark-Mauer heiß diskutiert wird. Generell stehe ich direktdemokratischen Elementen auf kommunaler Ebene positiv gegenüber. Ich habe während meines Studiums intensiv in diesem Bereich geforscht.

Bürgerentscheide sind ein Akt gelebter Demokratie. In einem ersten Schritt möchte ich das Thema mit dem Gemeinderat diskutieren. Im Gemeinderat müssen wir das Für und Wider abwägen und dann aber auch eine Entscheidung treffen. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten von uns zielführende Entscheidungen.

Freude nach dem grandiosen Wahlerfolg: Holger Mayer genießt mit Freundin Judith Fetzer das Bad in der Menge.
Freude nach dem grandiosen Wahlerfolg: Holger Mayer genießt mit Freundin Judith Fetzer das Bad in der Menge. | Bild: Bittlingmaier, Albert

Wie wollen Sie es schaffen, dass Hilzinger Gemeinderatssitzungen künftig nicht mehr zu einer stundenlangen, abendfüllenden Veranstaltung werden?

Ich bin mir sicher, dass alle an einer ergebnisorientierten Ratsarbeit interessiert sind. Die Projektliste in der Gemeinde Hilzingen ist enorm lang. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Gemeinderatssitzungen zielorientiert und zielführend ablaufen. Als pragmatischer Mensch will ich eine effiziente Kultur der Willensbildung schaffen. Dazu gehört auch eine gute und intensive Vorbereitung der Sitzungen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Ratsmitgliedern.

Wann ziehen Sie mit Ihrer Freundin und deren Pferden nach Hilzingen?

Als Erstes will ich mich in die vielen Projekte und Themen einarbeiten und mich im Hilzinger Rathaus einleben. Im zweiten Schritt werden wir uns umschauen und sicherlich einen Platz für uns finden. Biesendorf ist zum Glück nicht weit weg, sodass ich schnell im Rathaus in Hilzingen bin.

Sie wollen bald von Engen-Biesendorf nach Hilzingen ziehen: Holger Mayer und Freundin Judith Fetzer.
Sie wollen bald von Engen-Biesendorf nach Hilzingen ziehen: Holger Mayer und Freundin Judith Fetzer.

Werden Sie den Kontakt zu den Menschen in ihrem bisherigen Wohnort Biesendorf und dem oberen Hegau aufrechterhalten? Die Eltern sind sicherlich weiterhin eine wichtige Anlaufstelle.

Natürlich werde ich den Kontakt in den oberen Hegau aufrechterhalten. Meine Eltern sind eine wichtige Anlaufstelle, ein wichtiger persönlicher Anker für mich. Mein Papa, Ortsvorsteher von Biesendorf, war schon immer mein politischer „Berater“. Und meine Mama ist die beste Köchin der Welt. Allein deswegen lohnt es sich, nach Biesendorf zu fahren.

Welche Aufgaben sehen Sie als elementar an, um Hilzingen für die Zukunft zu rüsten? Und welches sind die besonderen Herausforderungen?

Aktuell ist die Corona-Situation die größte Herausforderung. In dieser schwierigen Zeit ist es mir wichtig, für die Bürgerinnen und Bürger da zu sein und ein offenes Ohr für ihre Anliegen zu haben. Wir werden tagesaktuell die Entwicklungen weiterverfolgen, darauf reagieren und die Menschen umfassend informieren. Wir stehen vor großen ökonomischen, sozialen und kulturellen Herausforderungen. Deshalb hat oberste Priorität, dass wir diese herausfordernde Zeit gemeinsam meistern.

Holger Mayer (links) und Tobias Klein sorgten mit der Band „Die Lausbuba“ für Stimmung.
Holger Mayer (links) und Tobias Klein sorgten mit der Band „Die Lausbuba“ für Stimmung. | Bild: Bittlingmaier, Albert

Sie haben am Schmotzige Dunnschtig Ihren 30. Geburtstag in Hilzingen gefeiert. Wie war‘s noch kurz vor Corona?

Ich hatte einen wunderschönen 30. Geburtstag in der Gemeinde Hilzingen. Es war ein toller Tag. Auch mein letztes Konzert mit meiner Band „Die Lausbuba“ habe ich sehr genossen. Ich freue mich, wenn ich meinem Bandnachfolger an der Kirchweih in Hilzingen zuhören darf.

Fragen: Albert Bittlingmaier

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