Alles in allem sehe der Haushalt 2021 sehr erfreulich aus, konstatierte Bürgermeister Holger Mayer in der Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses. Auch Rechnungsamtsleiter Stefan Mattes sprach von einer sehr positiven Entwicklung. Eigentlich war im Ergebnishaushalt ein Defizit von 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Nun geht der Kämmerer davon aus, das laufende Haushaltsjahr vielleicht sogar mit einer schwarzen Null abschließen zu können.

Mit ursächlich dafür sind auf der einen Seite, dass sich geplante Maßnahmen und Anschaffungen verzögert haben oder verschoben wurden. Ihre Kosten werden in den kommenden Jahren aufschlagen. Ein weiterer wesentlicher Grund ist ein Plus an Gewerbesteuer in Höhe von gut 800.000 Euro. Es resultiert überwiegend aus dem Gewerbesteuermessbescheid 2020 für einen der großen Steuerzahler in der Gemeinde.

Minderausgaben beim Personal verheißen nichts Gutes

Ein wichtiger Posten sind 200.000 Euro Minderaufwendungen bei den Personalkosten. Ein wirklicher Anlass zur Freude ist das allerdings nicht. Auf Grund des Fachkräftemangels konnten nämlich mehrere Personalstellen nur verzögert oder gar nicht besetzt werden. Wie die Kindergartenbeauftragte Jasmin Dold in der Sitzung zuvor dargestellt hatte, stellt das die Gemeinde insbesondere im Bereich der Kleinkindbetreuung vor Probleme.

Gut 100.000 Euro wurden eingespart, weil die Zahlen der Geflüchteten zurückgegangenen sind. So brauchten keine Container für die Anschlussunterbringung angemietet werden. Auch die Zahlung eines sogenannten Fehlbetrags an das Landratsamt wegen der Nichterfüllung der Unterbringungsquote entfiel.

Zahl der Geflüchteten ging zurück

Im Finanzhaushalt machen sich die rückläufigen Geflüchteten-Zahlen noch stärker bemerkbar. Denn die im Haushalt eingestellte 1 Million Euro für den Kauf von Immobilien für die Anschlussunterbringung wurde ebenfalls nicht benötigt.

Im Finanzhaushalt sind im investiven Bereich Mindereinnahmen in Höhe von 1,6 Millionen Euro zu verzeichnen. Ursächlich dafür sind zwar veranschlagte, aber tatsächlich nun erst 2022 eingehende Zahlungen für Immobilien- und Grundstücksverkäufe – so zum Beispiel 600.000 Euro für den Verkauf des Alten Rathauses.

Das könnte Sie auch interessieren

Dem gegenüber stehen Minderausgaben in Höhe von mehr als vier Millionen Euro. Noch nicht umgesetzt wurden zum Beispiel die Brandschutzmaßnahmen im Rathaus und in der Peter-Thumb-Schule, der Bau des Feuerwehrhauses in Schlatt hat noch nicht begonnen. Der Spatenstich für den Neubau des Kindergartens St. Mauritius in Weiterdingen steht auch noch an.

Insgesamt reduziert sich so der Finanzierungsmittelbedarf im investiven Bereich um 2,8 Millionen Euro. Der aktuelle negative Saldo liegt nun bei nur mehr einer halben Million Euro.