In ländlichen Hegaugemeinden wachsen die Zahlen von Corona-Fällen derzeit rasant an, sie ändern sich aber auch schnell wieder. So verzeichnet die Gemeinde Hilzingen in den vergangenen sieben Tagen 17 Menschen, die an Corona erkrankt sind, bei einer Gemeinde von knapp 9000 Einwohnern ein enorm hoher Wert. Zuvor gab es sogar weit über 20 Fälle. Ein ähnliches Verhältnis gab es in der 3000-Einwohner-Gemeinde Gailingen, die bis vor Kurzem noch zehn Corona-Infektionen binnen einer Woche aufwies. Dort hat sich gesicherten SÜDKURIER-Informationen zufolge eine einzelne größere Gruppe von überwiegend geimpften Personen angesteckt.

Bürgermeister appelliert an Bevölkerung

Der Hilzinger Bürgermeister Holger Mayer kann dagegen keinen Ausbruchsschwerpunkt feststellen. „Das Corona-Geschehen in Hilzingen ist derzeit diffus“, erklärt Mayer. Es sei denkbar, dass sich die Corona-Fälle im privaten Umfeld ereignet hätten. „Die Kontakt-Lockerungen erhöhen auch die Ansteckungsgefahren. Vor einem Jahr gab es vergleichsweise drastische Kontakt-Einschränkungen“, zeigt Mayer auf. Die hohen Zahlen von Corona-Fällen in Hilzingen nehme aber die Verwaltung sehr ernst. Sie versuche Gründe zu ermitteln und rufe die Bevölkerung öffentlich eindringlich dazu auf, sorgsam die Corona-Schutzbestimmungen einzuhalten. Nachdem es in einer Hilzinger und Riedheimer Schule vor einigen Wochen jeweils einen Corona-Fall gegeben habe, seien mehrere Verdachtsfälle in einem Kindergarten im Kernort glücklicherweise nicht bestätigt worden.

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„Etliche Schnelltests haben ein Ergebnis von positiven Corona-Fällen ausgewiesen. Dies konnten aber die aussagekräftigeren PCR-Tests eindeutig widerlegen“, berichtet Mayer. Erfreulich sei die Resonanz einer Kontrolle der Gaststätten auf Einhaltung der Corona-Verordnungen in Hilzingen und den Ortsteilen als Teilnahme einer landesweiten Aktion. „Es gab keine einzige Beanstandung“, sagt er.

Knifflige Entscheidung von Vereinen

Die vielen Vereine von Hilzingen und den Teilorten sollen laut Mayer selbst entscheiden, ob sie die 2G- oder 3G-Regeln anwenden. „Das wird sicher ein schwieriger Spagat, wenn Vereine möglicherweise bei Saalveranstaltungen durch die 2G-Regel Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, ausschließen“, sagt er.

Gailingens Rathaus-Chef Thomas Auer rät Vereinen zur 2G-Regel.
Gailingens Rathaus-Chef Thomas Auer rät Vereinen zur 2G-Regel. | Bild: Freie Wähler Gailingen

Für die Vereine von Gailingen gibt dagegen Bürgermeister Thomas Auer die Empfehlung, bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen die 2G-Regel anzuwenden. „Das ist die sicherere Variante“, betont er. Durch die neue Corona-Verordnung genügt auch bei der Umsetzung von 3G nicht mehr die Vorlage einer zertifizierten Schnelltest-Bescheinigung. Es muss ein weit teureres PCR-Testergebnis vorgelegt werden. Zum Corona-Ausbruch in einer größeren Gruppe von fast durchwegs geimpften Bürgern wollte Auer weder Stellung beziehen noch dies dementieren.