Beim Erörterungstermin für den geplanten Neubau eines Radwegs von Weiterdingen bis Welschingen wurde die Aussicht auf eine durchgehende Radverbindung vom Rhein bis Engen eröffnet. Auf dem 2,6 Kilometer langen Teilstück soll der Sicherheit, insbesondere auf dem Schulweg, besondere Bedeutung zugemessen werden.

Zwanzig Jahre lang hat der Weiterdinger Ortsvorsteher Egon Schmieder auf einen Radweg vom Hilzinger Ortsteil Weiterdingen nach dem zu Engen gehörenden Welschingen gewartet. Vor sieben Jahren wurde eine erste konkrete Planung vorgelegt. Und nun steht die Realisierung dieses Vorhabens an.

Ein Weg für Pendler, Schüler und Ausflügler

Das Dorf freue sich, so Schmieder während des Erörterungstermins mit einer Reihe von Behörden, Verbänden und betroffenen Privatpersonen im Feuerwehrhaus Engen. Mit ihm begrüßten auch die anderen Vertreter der beiden beteiligten Kommunen den geplanten Radweg-Neubau.

Er soll insbesondere für die aus Weiterdingen kommenden Schüler von Engens Bildungseinrichtungen, aber auch für Pendler und für Freizeitradler bedeutend mehr Verkehrssicherheit bringen. Denn die Landstraße L190 zwischen den zwei Dörfern, die bislang von den Radfahrern genutzt werden muss, ist eng, kurvig und hat stellenweise ein starkes Gefälle.

Lässt sich ein starkes Gefälle vermeiden?

Mit der geplanten Baumaßnahme wird darüber hinaus dann ein durchgängiger Radweg Gailingen am Hochrhein, wo mehrere Fernradwege verlaufen, mit dem Hinterland bis Engen verbinden. Die knapp 2,6 Kilometer zwischen Weiterdingen und Welschingen sind das letzte noch fehlende Teilstück.

Der neue Radweg sollte entsprechend des Antrags des Straßenbauamts des Regierungspräsidiums Freiburg mehr oder minder parallel zur Landesstraße 190 verlaufen. Der von Süden aus Richtung Duchtlingen kommende Radfahrer könnte ohne unnötige Überquerung der L 190 weiter nach Welschingen fahren, so die Ausführungen von Corinna Auer vom Regierungspräsidium Freiburg.

Um ein topographisch bedingtes Gefälle von zwölf Prozent zu vermeiden, soll die Trasse 200 Meter lang abgerückt von der Landstraße auf – geschotterten – landwirtschaftlichen Wegen verlaufen.

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Insbesondere bei den Vertretern des Naturschutzes am Landratsamt Konstanz und der Naturschutzverbände stießen die vorgestellte Streckenführung und die vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen auf kritische Anmerkungen und Einwendungen. Sie sprachen sich teilweise für andere – stellenweise steilere – Trassenvarianten aus.

Die beantragte Trasse berührt zwei durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützte Mager-Mähwiesen, einen Streuobstbestand (wie Clarissa Huber vom Ingenieursbüro 365 Grad erklärte), einen Waldmeister-Buchenwald und laut Hinweis von Dagmar Hirt vom NABU auch bestes Schmetterlingsgebiet. Der Schutz dieser sensiblen Bereiche habe Vorrang vor einem nicht so steilen Radweg, lauteten inhaltlich die Wortbeiträge des Naturschutzbeauftragten am Landratsamt Konstanz, Klaus Heck.

Naturschützer und Landwirte äußern Bedenken

Auch die Landwirtschaft äußerte Bedenken: Die stückweise Führung auf landwirtschaftlichen Wegen berge Gefahren, meinte Holger Stich, Bezirksgeschäftsführer des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV). Der Kreisarchäologe Jürgen Hald vermutete hier einige Siedlungsreste verschiedener Epochen.

Diese aus dem Erörterungstermin gewonnenen, teilweise neuen Informationen und Erkenntnisse wird Simone Etter von der Planfeststellungsbehörde des Regierungspräsidiums nun nach Freiburg mitnehmen. Sie sollen als weitere wesentliche Prüfungsgrundlage in das Verfahren für das Radweg-Projekt einfließen.