Ingeborg Meiergerechter

Mehr biologische und damit auch Artenvielfalt, mehr Speicherung des Treibhausgases Kohlendioxid – Hilzingen will seinen Wald noch umweltgerechter bewirtschaften. Hintergrund ist ein Förderprogramm des Bundes für Waldbesitzer, die sich für ein klimaangepasstes Waldmanagement entscheiden. Die Gemeindeverwaltung hat den Förderantrag bereits gestellt, der Gemeinderat dies nun gebilligt.

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„Eigentlich ist das ja nur eine konsequente Fortführung dessen, was wir bisher betrieben haben“, sagte Gemeinderat Steffen van Wambeke (CDU) zu den Erläuterungen von Rainer Wendt vom Kreisforstamt und Werner Hornstein, Leiter des Forstreviers Hegau. Bei den meisten der Förderkriterien ist das nach den Erklärungen der Forstbeamten tatsächlich so: So wird im Gemeindewald unter anderem weder gedüngt noch kommen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Die Rückegassenabstände entsprechen häufig bereits den geforderten 40 Metern. Naturverjüngung hat Vorrang, sofern klimastabile Baumarten vorhanden sind.

Fünf Prozent müssen geschont werden

Darüber hinaus muss sich Hilzingen allerdings auch langjährig die Selbstverpflichtung auferlegen, fünf Prozent der rund 250 Hektar Gemeindewaldfläche stillzulegen. Das sind 12,85 Hektar, also eine Fläche von 18 Fußballfeldern. Stirnrunzeln bereitete das den Räten kaum. Hilzingen verfüge alleine am Plören über zehn Hektar Schonwald, dessen wirtschaftliche Nutzung bereits Einschränkungen unterliegt, so Hornstein.

Sonnige Aussichten: Das klimaangepasste Waldmanagement ist aus Rainer Wendts Sicht für den Gemeindewald, der seit Jahren rote Zahlen ...
Sonnige Aussichten: Das klimaangepasste Waldmanagement ist aus Rainer Wendts Sicht für den Gemeindewald, der seit Jahren rote Zahlen schreibt, auch in wirtschaftlicher Beziehung eine Chance. | Bild: Gudrun Trautmann

Sollte die Gemeinde in das Förderprogramm aufgenommen werden, kommt auf den Revierleiter viel Arbeit zu. Unter anderem müssen mehr als 1200 Habitat-Bäume erfasst werden. Das sind Bäume, die anderen Lebewesen Lebensraum bieten.

Das klimaangepasste Waldmanagement ist aus Rainer Wendts Sicht für den Gemeindewald, der seit Jahren rote Zahlen schreibt, auch in wirtschaftlicher Beziehung eine Chance: Die maximale Fördersumme könnte in den Jahren 2023 bis 2026 bei 25.000 Euro pro Jahr liegen.