Seit Tagen kursiert im Hegau das Gerücht, dass es in Wiechs am Randen oder Weiterdingen eine Party mit etwa zehn Beteiligten gegeben haben soll, die aufgelöst und mit hohen Bußgeldern geahndet wurde. Von 25 000 Euro ist die Rede. Doch das stimmt nicht, erklären Polizei und Bürgermeister.

Im Hegau verstoßen einige gegen die Verordnung

Dennoch gibt es regelmäßig Verstöße gegen die Corona-Verordnung, bestätigt das Landratsamt: Rund 60 Verstöße gab es laut Pressesprecherin Marlene Pellhammer bislang im gesamten Landkreis, davon drei Viertel in den Hegau-Gemeinden.

In den Gemeinden aber, wo gefeiert worden sein soll, geht es ruhig zu, sagen die Verantwortlichen. Bürgermeister Marian Schreier meldet für Tengen bisher nur mündliche Verwarnungen bei den stichpunktartigen Kontrollen. „Die Kontaktbeschränkungen werden nach unserem Eindruck gut eingehalten.“ Wenn mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum unterwegs sind, ohne den nötigen Abstand von mindestens 1,50 Meter zueinander zu halten, ruft das Ordnungshüter auf den Plan.

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Es drohen 100 bis 5000 Euro Strafe

Auch in Hilzingen werden sporadisch Stellen angefahren, die normalerweise beliebt sind, wie Ordnungsamtsleiter Thomas Ruck erklärt. Doch bisher sei es, „Gott sei Dank“, kaum nötig gewesen, ein Bußgeld auszusprechen. Nur vor knapp zwei Wochen wurden Jugendliche verwarnt, die sich auf dem Schulhof aufhielten. Dann droht eine Strafe von mindestens 100 und bis zu 5000 Euro, erklärt Marlene Pellhammer vom Landratsamt. Die Kreisbehörde ist für Gemeinden zuständig, die große Kreisstadt Singen ist allerdings selbst verantwortlich.

Singens Ordnungshüter haben ein gutes Gefühl

Die Situation dort schildert Pressesprecher Achim Eickhoff: „Vor Ostern wurden 32 Verstöße aktenkundig.“ Die Abteilung für Sicherheit und Ordnung melde aber kein großes Aufkommen: „Die Menschen halten sich zum allergrößten Teil an die erlassenen Verordnungen. Und das ist ja auch gut so!“, sagt Eickhoff.

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Die Polizei erklärt, wie sie vorgeht: Vorsichtig, aber bestimmt

„Jeder Einzelne erhält eine gesonderte Anzeige“, erklärt Polizei-Pressesprecher Dieter Popp das grundsätzliche Vorgehen. Dabei müsse man aber auch die Verhältnismäßigkeit von Vorfall und Strafe sehen. „Verstöße kommen laufend vor“, sagt er. Für die Polizei bedeuten solche Einsätze in Zeiten des Coronavirus noch mehr Vorsicht. „Die Polizisten versuchen, Kontakt möglichst zu vermeiden“, erklärt Popp. Das sei aber nicht immer möglich, etwa wenn es um eine Auseinandersetzung oder Festnahme geht. Wenn es konkrete Hinweise gebe, dass bei einem Einsatz eine Corona-Infektion droht, sei entsprechende Schutzausrüstung für die Einsatzkräfte an Bord – von der Maske bis zum Schutzanzug.

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