Schlossmauer erhalten oder abreißen – darüber haben sich die Hilzinger Bürger die Köpfe heiß geredet. Die CDU-Fraktion hat diesbezüglich einen Antrag auf Durchführung eines Bürgerentscheids gestellt, während rund 500 Hilzinger sich in einer Online-Petition dazu bekannt haben, dass die historische Mauer für sie ein Stück Heimat bedeutet.

Wie sich jetzt herausstellt, wäre die ganze Aufregung gar nicht nötig gewesen. Hilzingens neues Gemeindeoberhaupt Holger Mayer hat die obere Denkmalschutzbehörde am Regierungspräsidium Freiburg zu einer konkreten Stellungnahme aufgefordert. Und laut dieser muss die Schlossmauer erhalten werden.

Auskunft bereits 2016 und 2019 erteilt

Der Mauerbestand sei in seiner Gesamtheit in seinem historischen Verlauf geschützt, teilten die Freiburger Denkmalschützer Ende Mai mit und wiesen des Weiteren auf zwei inhaltlich vergleichbare, bereits in den Jahren 2016 und 2019 erteilte Auskünfte hin. Wieso diese offensichtlich bislang von den Zuständigen in Hilzingen gar nicht so richtig zur Kenntnis genommen wurden, bleibt im Dunkeln.

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In Harmonie löst sich die Diskussion trotzdem nicht auf. Denn das Regierungspräsidium stellt Veränderungen an der Mauer als eventuell genehmigungsfähig in Aussicht, wenn das Kulturdenkmal dadurch keine mehr als unerhebliche Beeinträchtigung erfährt. Ob damit die seit sechs Jahren immer wieder andiskutierte Planungsvariante gemeint ist, im Mauerverlauf Durchbrüche anzubringen, oder ob dies nur erlaubt wird, wenn es wichtige Belange wie etwa der Brandschutz für das Rathaus erfordern – darüber schieden sich im Gemeinderat bereits die Geister.

Bürgerentscheid überflüssig

Sigmar Schnutenhaus zum Beispiel pochte bereits auf Letzteres. Steffen van Wambeke, einer der Initiatoren des jetzt überflüssigen Bürgerentscheids, freute sich, dass Mayer aber dennoch die Bürger im Rahmen eines Workshops einbeziehen will: „Ich denke, wir finden eine tolle Lösung, die allen gefällt“, so die Hoffnung des Gemeinde-Chefs auf einen breiten Konsens. Ideen können schon im Vorfeld bei der Gemeindeverwaltung eingebracht werden.