Zwar gibt es Rosskastanienbäume, die 300 Jahre alt werden. Dem großen Kastanienbaum vor dem Haupteingang der Kirche St. Peter und Paul wird aber nur die Hälfte dieser Lebenszeit bestimmt sein.

Gemeinderat ist einverstanden

Der Pfarrgemeinderat hat in Abstimmung mit dem Stiftungsrat entschieden, dass der Baum bei der Neugestaltung des Kirchenvorplatzes im Rahmen der Ortskernsanierung entfernt wird. Der politische Gemeinderat billigt diesen Entschluss.

Fällen – ja oder nein: Diese Frage hatte in letzter Zeit die Gemüter erregt. „Es wurde sehr emotional diskutiert“, beschrieb Pfarrer Thorsten Gompper in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Stimmung in den kirchlichen Gremien. Schlussendlich habe man sich dann für die Entfernung ausgesprochen.

Miniermotte schwächt den Baum

Wie ein Gutachten aufzeigt, kränkelt der Baum. Die Miniermotte hat sich eingenistet, der Schädlingsbefall hat die Kastanie geschwächt. Sie weist beschädigte Wurzeln und Totholz auf, dessen Beseitigung bereits mehrfach den Einsatz eines Baumkletterers erforderte. Die Sorge, dass bei Sturm herabfallende Äste Menschen verletzten könnten, habe die Kirchengemeinde seit einigen Jahren beschäftigt, so der katholische Geistliche.

Der Baum sei ein Sicherheitsrisiko für die Passanten und Kirchgänger. Aus diesen Gründen habe man sich dagegen entschieden, zu versuchen den Baum – mit völlig ungewisser Aussicht auf Erfolg und hohen Kosten – zu retten.

Kastanie wird durch Linde ersetzt

Als Ersatzpflanzung ist eine Linde vorgesehen. „Eine Linde, und kein Lindchen“, versprach Gompper den Ratsherren Olaf Fuchs (CDU) und Alexander Grambach (FPD). Das Fällen der alten Bäume und die Neusetzung von recht jungen Bäumen auf dem benachbarten Dorfplatz hat in Hilzingen für einige Verärgerung gesorgt.

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Die Kosten für die Entfernung des Kastanienbaumes übernimmt die Kirche. Sie beteiligt sich aus eigenem Willen auch mit 10.000 Euro an den 60.000 Euro teuren Baukosten für den Kirchenvorplatz. Die politische Gemeinde Hilzingen trägt rund 20.000 Euro, der Rest fließt aus Fördermitteln.