Seit Anfang Mai ist die Erdbeerernte bei Familie Schneble in vollem Gange. Damit die Erdbeeren bei Öffnung der vier Verkaufsstände um 9 Uhr ganz frisch sind, beginnen 19 Erntehelfer in der Regel täglich um 6 Uhr mit ihrer Arbeit. Sie kommen aus Bulgarien (6), Polen (4), Rumänien (1) und der Ukraine (8).

„Ein enormer bürokratischer Aufwand“

Durch den Einreise-Stopp aufgrund der Coronavirus-Pandemie war es Ende März noch ungewiss, ob Familie Schneble die Erntehelfer aus den osteuropäischen Ländern zur Verfügung stehen. „Wir waren erleichtert, als die Bundesregierung am 2. April beschlossen hat, Erntehelfer einreisen zu lassen“, sagt Alexander Schneble, „für die Pflanzarbeiten hatten wir Helfer durch die Internet-Plattform www.daslandhilft.de“.

Seine Schwester Katrin organisierte die Erntehelfer. Sie erklärt: „Es war ein enormer bürokratischer Aufwand, hat viel Zeit gekostet. Während in der Vergangenheit ein Telefonat mit der Agentur im jeweiligen Land geführt werden musste, waren es nun unzählige Telefonate und auch Formulare“.

Helfer kamen im Privatflugzeug

Da eine Reise mit einem Fernbus nicht möglich war, hat die Familie zusammen mit einem weiteren Betrieb aus Nordrhein-Westfalen ein Privatflugzeug gemietet, um beispielsweise die Erntehelfer aus Bulgarien nach Deutschland zu bringen. Zudem wurden mit dem Auto noch rund 3.600 Kilometer zurück gelegt, bis die Erntehelfer vor Ort waren.

„Es war ein Nervenkitzel, bis alle da waren. Weil man vorher nicht sicher sein konnte, ob wirklich alles klappt“, beschreibt Vater Martin Schneble rückblickend die Situation. Zur Erfüllung der erforderlichen Hygienevorschriften bei der Unterbringung wurden zusätzliche Wohn- und Sanitärcontainer aufgestellt sowie ein weiterer Transporter angeschafft.

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Nur einige wenige Erntehelfer, die bereits zugesagt hatten, sind wegen der Corona-Krise nicht gekommen. „Corona kein Problem“, sagt Teresa Rietz aus Polen lächelnd. Sie kommt seit 15 Jahren zur Erdbeerernte nach Duchtlingen, wo sie eine Art Vorarbeiterjob inne hat, und lässt Mann und Tochter für drei Monate allein.

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