Familie Bucher hält seit März rund 7800 Hühner auf dem gleichnamigen Berghof in Hilzingen. Der Betrieb hat sich von der Milchwirtschaft abgewandt und beherbergt außer den Hühnern nur noch rund 90 Ochsen. Lukas Bucher erklärt, warum er sich nun einer Initiative gegen das Küken-Schreddern angeschlossen hat und wie die neuen Freiland-Eier aus der Region angenommen wurden.

Von Milch zum ersten Ei: Von einem Ei auf 3000 Stück

Vor etwa drei Jahren beschloss die Familie, den Betrieb von Kühen auf Hühner umzustellen, wie Lukas Bucher erklärt. Die Planungen nahmen einige Zeit in Anspruch, auch weil der Stallneubau besonders tier- und artgerecht ausfallen sollte. Im März konnten nun die ersten Tiere einziehen – und haben sich laut dem Landwirt super eingelebt. Auch das Außengelände werde rege genutzt. „Nach zwei Wochen kamen die ersten Eier“, sagt Bucher. Eine Woche später waren es dann schon fast 1000 Eier pro Tag, inzwischen sind es 7500.

Das große Freilandgehege von oben. Damit die Hühner keine Vogelangriffe mehr fürchten müssen, hat Familie Bucher inzwischen über 3000 Pappeln gesetzt.
Das große Freilandgehege von oben. Damit die Hühner keine Vogelangriffe mehr fürchten müssen, hat Familie Bucher inzwischen über 3000 Pappeln gesetzt. | Bild: Lukas Bucher

Von der reinen Hennenhaltung zum Bruderhahn

„Wir haben schon am Anfang überlegt, was wir den Verbrauchern antworten können, wenn sie nach den männlichen Tieren fragen“, sagt Lukas Bucher. Doch anfangs hätte die Familie gezögert, wollten erst den Stallneubau meistern und Fuß fassen. Durch eine Zusammenarbeit mit dem Hönig-Hof habe sich eine Möglichkeit ergeben, gleich zu Beginn auch männliche Tiere zu unterstützen: Diese werden auf einem anderen Hof groß gezogen.

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„Diese Hähne setzen schlecht Fleisch an. Deshalb dauert es länger, bis sie schlachtreif sind“, erklärt Bucher. Der Berghof subventioniert die Aufzucht, weshalb Buchers Eier etwa drei Cent teurer werden. „Das sind bei einer Zehner-Packung etwa 30 Cent mehr für ein besseres Gewissen.“

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Verbraucher fragen nach Bio und Bruderhähnen

Der Berghof Bucher ist inzwischen bei drei Wochenmärkten präsent, in Überlingen am Mittwoch, in Aach am Donnerstag und in Gottmadingen am Freitag. Dort wird die Familie besonders auf die unterschiedlichen Größen der Eier und deren Herkunft angesprochen, sagt Lukas Bucher. Meist werde gefragt, ob die Eier biologisch produziert sind – das sei nicht der Fall, doch in Buchers Augen ist auch Freiland-Haltung artgerecht möglich. Dann werde häufig nach Küken-Schreddern gefragt.

Mit Eiern und künftig auch Nudeln ist die Familie inzwischen bei drei Wochenmärkten präsent.
Mit Eiern und künftig auch Nudeln ist die Familie inzwischen bei drei Wochenmärkten präsent. | Bild: Lukas Bucher

Bei Wochenmärkten lassen sich auch besonders kleine oder große Eier vermarkten: Die kleinen S-Eier seien ideal gerade für Kinder, würden vom regulären Handel aber nicht abgenommen. Deshalb habe der Hof damit begonnen, mit überschüssigen Eiern Nudeln herzustellen.

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Coronavirus kommt regionalen Landwirten sogar zu Gute

„Das Coronavirus fördert ein Umdenken hin zu mehr Regionalität“, schildert Lukas Bucher seinen Eindruck. Die Nachfrage steige, das bemerke er auch bei seinen Verkaufsautomaten in Riedheim und neu in der Braungasse in Hilzingen. „Viele Leute wollen auch direkt zum Hof kommen und hier ihre Eier kaufen, deshalb richten wir bald ein Verkaufshäuschen ein.“ Er habe daher ein gutes Gefühl: „Ich glaube, die Umstellung zu Hühnern und das Engagieren für die Bruderhahn-Initiative war der richtige Schritt.“

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