Die Fernbeschulung in Corona-Zeiten hat es gezeigt: Nicht jedes Kind hat Zugriff auf ein digitales Endgerät. In Befürchtung eines zweiten Lockdowns stellt das Land Baden-Württemberg 130 Millionen Euro für die Anschaffung solcher Geräte bereit.

Für Hilzingen bedeutet das: Die Gemeinde könnte für 47 000 Euro Tablets anschaffen – das würde für 100 Endgeräte reichen. Vorzugsweise iPads. Denn die Apple-Geräte können vom Kreismedienzentrum Konstanz aus verwaltet werden. Bei Android-Geräten sei derzeit der zentrale Zugriff nicht möglich, erläuterte Thorsten Rees. Rees ist Leiter der für die Freigabe der Anträge zuständigen Einrichtung und war zur Sitzung des Technischen- und Umweltausschusses vor Ort. Er erklärte auch die Grundlagen für die Beantragung der Mittel aus dem digitalen Pakt.

Insgesamt stelle der Bund im Rahmen des DigitalPakt Schule zwischen 2019 und 2024 insgesamt fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Auf Baden-Württemberg würden rund 650 Millionen Euro entfallen.

Die Gewährung der Mittel setze voraus, dass von den Schulen ein Medienentwicklungsplan erarbeitet werde. Die Grundschule in Riedheim ist damit laut Rees fast fertig, der Medienentwicklungsplan der Grund- und Gemeinschaftsschule Hilzingen sei auf einem sehr guten Weg.

Medienentwicklung umfasst weit mehr als das Internet

Das geforderte Konzept gehe über den Einbezug der digitalen Medien in den Unterricht hinaus, so Rees. Einbezogen werden müssten alle Medien, vom Film, der Zeitung, dem Hörspiel über das Buch bis hin zum Internet. Förderfähig seien in erster Linie die digital vernetzte Verkabelung der Schulgebäude und ein gut funktionierendes WLAN.

Fördermittel meist schnell verbraucht

Ein Fünftel der Kosten müsse der Schulträger übernehmen. Nur 25 Prozent der Fördersumme dürften für digitale Arbeitsgeräte verwendet werden. Die Fördermittel seien zu diesem Zeitpunkt aber meist bereits verbraucht. Nach fünf Jahren seien die iPads zudem nicht mehr voll einsatzfähig, so Rees. Er weist darauf hin: „Als Gemeinde müssen Sie damit rechnen, dass die Kosten für die Endgeräte dann wiederum auf Sie zukommen.“