Nur noch wenige Tage, dann verfügt Hilzingen mit einem Schlag über 55 Kinder-Betreuungsplätze mehr als bisher. Am kommenden Montag, 9. November, kann der Betrieb im neuen Kindergarten im Baugebiet Steppbachwiesle starten, für den inzwischen auch ein Name gefunden wurde. St. Martin soll die Einrichtung heißen.

Der Heiligen-Name weist auch gleich auf den Träger des Kindergartens hin: Es ist die katholische Kirchengemeinde Hohenstoffeln-Hilzingen, die damit ihre dritte Kita in Hilzingen betreibt. Eigentümer des Gebäudes ist die politische Gemeinde Hilzingen.

Wichtiger Standortfaktor für junge Familien

Gut zwei Millionen Euro hat die Gemeinde in den Neubau investiert, und Bürgermeister Holger Mayer zeigt sich äußerst zufrieden. Er betrachtet ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot als wichtigen Standortfaktor, um die Gemeinde als attraktiven Wohn- und Arbeitsort für junge Familien weiter zu entwickeln. Die Lage direkt im Neubaugebiet mit dem nun fast fertiggestellten Wasserspielplatz sei ideal, so der Gemeindechef.

Eine zügige und wirtschaftliche Umsetzung des Vorhabens, so lautete die Vorgabe für den Planer, das Büro eco-architektur, das auch schon bei der Erweiterung der Hilzinger Peter-Thumb-Gemeinschaftsschule federführend tätig war.

Verhältnismäßige geringe Gesamtkosten

Der Chef des Architekturbüros, Andreas Ernst, kann nicht nur auf die kurze Bauzeit von lediglich zehn Monaten verweisen sowie auf die geringen Gesamtkosten für eine Betreuungseinrichtung, die drei Gruppen beherbergen kann. Er kann darüber hinaus stolz auf ein Gebäude sein, das in Holzbauweise ökologisch und nachhaltig erstellt wurde und über einen guten Energiestandard verfügt.

Nach Anschluss der noch anzubringenden Fotovoltaik-Anlage wird der Primärenergiebedarf bei weniger als einem Viertel dessen liegen, was die Energieeinsparverordnung fordert.

Pfarrer Thorsten Gompper betont, dass sich die Kirchengemeinde freue, ein weiteres Mal die Trägerschaft übernehmen zu können. „Kinder sind unsere Zukunft“, sagt er und fügt hinzu: „Das hier ist ein Ort, an dem wir prägen, an dem wir Werte vermitteln können und zeigen, dass die Kirche in der Gesellschaft präsent ist.“

Los geht es mit 20 Kindern

Die Leitung wird Michael Hartmann übernehmen, der bereits auch den katholischen Kindergarten St. Elisabeth in Hilzingen leitet. Der Pädagoge brennt darauf, nach Monaten der Planung mit dem zehnköpfigen Team, das in St. Martin arbeiten wird, nun auch starten zu können – zunächst nur mit 18 Über-Dreijährigen und zwei jüngeren Kindern. Schließlich müssen die Kinder erst eingewöhnt werden.

Schlussendlich wird es eine Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit für 20 Kinder geben, die älter als drei Jahre sind, eine Verlängerte Öffnungszeiten- und Ganztagesgruppe für 25 Kinder und eine Krippengruppe mit zehn Kindern, die jünger als drei Jahre alt sind.

Teiloffenes Konzept als Ziel

Coronabedingt sind vorerst konstante Gruppen vorgesehen – in der Hoffnung, irgendwann auf ein teiloffenes pädagogisches Konzept nach dem Landes-Bildungsplan übergehen zu können.

Dass sich die Kinder in dem modernen, freundlichen, hellen Haus gut entwickeln und wohlfühlen werden, steht für Ursula Blank von der Kindergartengeschäftsführung der Verrechnungsstelle für katholische Kirchengemeinden Singen außer Zweifel. Sie ist sich sicher: „Neben der Beziehung zu ihren Erziehern spielt die Raumwirkung dabei eine wichtige Rolle.“