Branchenübergreifend wird die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern immer schwieriger. Das gilt nicht nur für die aktuell viel diskutierte Pflegebranche, sondern auch für das auch nicht eben als Hochlohnbereich bekannte Friseur-Handwerk. Die Hilzinger Salonchefin Gisela Wittmer kennt das Problem und hat ihre eigenen Antworten auf die Situation gefunden. Dabei geht es ihr gar nicht um den reinen Stundenlohn. Sie sucht Gelegenheiten, ihrem zehnköpfigen Team zusätzliche Leistungen zugute kommen zu lassen – vom Firmenwagen bis zum Kindergartenzuschuss.

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Noch wichtiger ist der Hilzingerin die Zusammenarbeit mit ihren Angestellten: „Eigenverantwortung, Vertrauen in die jeweilige Mitarbeiterin und Wertschätzung jedes Einzelnen und prägen das Miteinander“, erklärt die Inhaberin des Salons Haarscharf. Es gelte, nicht auf Schwächen herumzureiten, sondern zu fördern und zu fordern – zum Beispiel durch individuelle Persönlichkeitstraining und regelmäßige Weiterbildungen. Auch regelmäßige Mitarbeiter- und Teamgespräche stehen auf der Tagesordnung.

Das dieses Konzept für die Branche eher ungewöhnlich ist, hat jetzt eine Auszeichnung vom Branchenmagazin Top-Hair bestätigt. Beim jährlichen Wettbewerb des Fachmagazins hat die Jury ihr herausragendes und überdurchschnittliches Engagement für die Mitarbeiterinnen des Salons ausgezeichnet. Gisela Wittmer ist davon überzeugt, dass erfolgreiche Unternehmen gute Mitarbeiter anziehen. Sie selbst arbeitete vor ihrer Selbstständigkeit in Salons in Pforzheim und Nürnberg. Dabei hat ihr Umgang mit der Pandemiekrise, in der ihr Salon monatelang geschlossen bleiben musste, ihre etwas andere Herangehensweise deutlich gemacht. Unter dem Motto „Nicht jammern, sondern machen!“ nutzte das Team die Zeit des Lockdowns, um Ideen weiterzuentwickeln und Potenziale zu entdecken. Chancen zu erkennen und umzusetzen.

Über die Auszeichnung zum Top Salon 20/21 freuen sich Gisela Wittmer (hinten) und ihr Team des Friseursalons „Haarscharf“ in Hilzingen: Hivin Kanatri, Ana-Maria Hoffmann, Tanja Just, Sabine Rigling, Franziska Kugel, Alexandra Erchen, Nadine Wurst, Nadine König, Monika Britsch, Amy Kaplan (von links).
Über die Auszeichnung zum Top Salon 20/21 freuen sich Gisela Wittmer (hinten) und ihr Team des Friseursalons „Haarscharf“ in Hilzingen: Hivin Kanatri, Ana-Maria Hoffmann, Tanja Just, Sabine Rigling, Franziska Kugel, Alexandra Erchen, Nadine Wurst, Nadine König, Monika Britsch, Amy Kaplan (von links). | Bild: Salon "Haarscharf"

Die Auszeichnung als Top-Salon, die in diesem Jahr nicht nach Hamburg, Berlin oder München, sondern ins kleine Hilzingen geht, sieht Wittmer als Bestätigung, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Und sie macht sich schon Gedanken, an welchem Wettbewerb sie als nächstes teilnehmen könnte.

Seit mehr als 20 Jahren zeichnet das Fachmagazin Top Hair die besten Friseursalons Deutschlands und Österreichs aus. Zum Wettbewerb zugelassen werden nur Salons, die durch ihr Unternehmenskonzept, den wirtschaftlichen Erfolg und die Qualität ihrer Dienstleistungen überzeugen. 2018 und 2019 schaffte es der Hilzinger Salon bereits unter die besten Zehn. Dieses Jahr nun holten Salonchefin Gisela Wittmer und ihre Mitarbeiterinnen die Auszeichnung in der Kategorie „Employer Award“ als Auszeichnung für außergewöhnlich engagierte Arbeitgeber. Für den Wettbewerb hatte der Salon als Bewerbungsmappe eine fast 100 Seiten starke Präsentation erstellt.

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Bereits im Frühjahr 2020 hatte Wittmer die Nachricht erhalten, dass sie es mit ihrem Team unter die ersten Drei geschafft hätte und zur Preisverleihung nach Düsseldorf eingeladen werde. Diese sollte im feierlichen Rahmen während der Top Hair-Messe stattfinden. Doch dann musste die Messe coronabedingt kurzfristig abgesagt werden. Ein zweiter Termin im Herbst 2020 konnte ebenso wenig stattfinden wie ein dritter im Frühjahr 2021. Letztendlich entschieden sich die Veranstalter für eine Online-Preisverleihung. „Schade“, sagt Wittmer, denn bei den Veranstaltungen vor Ort habe in den letzten Jahren eine Atmosphäre fast wie zur Bambi-Verleihung geherrscht.