Die Stimmung ist gut im Jugendtreff im Untergeschoss der Hilzinger Peter-Thumb-Schule. Eine Gruppe junger Leute chillt auf den Sofas. Einige stehen am Billardtisch, andere sind mit der Wii-Konsole beschäftigt. Ein paar Dutzend Jugendliche und junge Erwachsene gehören zum mehr oder minder festen Besucherkreis. Zwischen zehn und 20 von ihnen sind jeweils zu den Öffnungsterminen da. "Der Jugendtreff wird gut genutzt", sagt Michael Hertrich. Er trägt zur Zeit die Verantwortung. Er ist aus den Reihen der Gäste herausgegangen, hat jetzt die Schlüsselgewalt und ist Ansprechpartner der Gemeinde Hilzingen, die hinter dem offenen, sich selbst verwaltenden Jugendtreff steht. Unterstützt wird er von Simon Frank.

Zwischen 14 und 21 Jahre sind die Besucher alt, die meisten im Moment um die 15 bis 18 Jahre. Sie kommen vorwiegend aus dem Kernort Hilzingen, aber auch aus den Ortsteilen, selten auch mal aus Singen. "Die Busverbindungen sind ja ganz ok", beschreibt Hertrich, wie die Jungs und Mädels aus den Teilorten in den Treff kommen. Hertrich macht die Betreuung Spaß. Probleme sich durchzusetzen hat er nicht. Man folgt seinen Anweisungen. Auch mit den Anwohnern hat man ein gut nachbarschaftliches Verhältnis. An eine einzige Meldung wegen Ruhestörung kann sich der 23-jährige erinnern. Die jungen Leute seien rücksichtsvoll.

Um 20.30 Uhr ist Zapfenstreich

Probleme mit Anwohnern gibt es vielleicht auch deshalb nicht, weil kein Alkohol ausgeschenkt wird, und die Öffnungszeiten sich auf den frühen Abend beschränken. Um 20.30 Uhr sind die Schotten dicht. Die Besucher sind mit diesen frühen und kurzen Öffnungszeiten anscheinend zufrieden. Eine Nachfrage nach längeren oder häufigeren Öffnungszeiten gebe es nicht, sagt Hilzingens Hauptamtsleiter Markus Wannenmacher. Er sehe das als Indiz dafür, dass es so allen recht sei.

Michael Hertrich sieht das genauso. Der Jugendtreff sei eben keine Disko, Parties stünden augenblicklich nicht zur Debatte. Dass um 18 Uhr geöffnet werde, komme vielen entgegen. Dann hätten nicht nur die Schüler Zeit, sondern auch die Berufstätigen. Viele kämen gerne nach Arbeitsschluss, zum plaudern und spielen, zum entspannen eben.

Im Zäpflehaus gibt es auch mal Party

Junge Leute, die auf Parties stehen, sind 250 Meter weiter, im Zäpflehaus an der Hegau-Halle, eher richtig. Wie der Jugendtreff, gehört auch die Hütte der Gemeinde. Sie gibt auch hier die Rahmenbedingungen für die Örtlichkeiten, um die Ausführung kümmern sich die Besucher. Das Zäpflehaus gibt es seit Jahrzehnten. Mal erregt es Ärger, mal nicht. Aktuell sind alle zufrieden. Dass alles in den richtigen Bahnen läuft – darum kümmert sich Felix Schilling zusammen mit Nico Seifert. Schilling kommt ebenso wie Hertrich aus dem ehemaligen Teilnehmerkreis, hatte – bevor er sich zu seinem jetzigen Studiengang entschloss – erwogen, beruflich in Richtung Event-Management zu gehen. So macht ihm die Organisation der Parties großen Spaß, die hier etwa einmal im Monat stattfinden.

Rund 50 Leute passen in die Hütte. Unter 16 ist hier keiner. Die meisten Besucher sind zwischen 18 und 24 Jahre alt. Die Einladungen gehen eigentlich immer an eine geschlossene Gruppe – Freunde mitbringen darf man aber in Absprache mit Schilling und Seifert. Prinzipiell sei jeder herzlich eingeladen, hereinzuschauen, solange er sich ordentlich benehme, betont Schilling.